
Eine selfguided Bergwanderung ist die goldene Mitte zwischen einer komplett selbst geplanten Tour und einer geführten Bergwanderung.
Du wanderst ohne Bergführer:in und ohne feste Gruppe, aber sämtliche Planungsarbeiten im Vorfeld sowie die Organisation der Logistik werden vom Veranstalter übernommen. Du entscheidest selbst, wann du morgens losläufst und in welchem Tempo du wanderst.
Organisation durch Profis:
Eine Bergwanderung ohne Führung (selfguided) bedeutet, dass du ohne Bergführer:in unterwegs bist. Du bist dein eigener Guide.
Im Detail heißt das:
Eigenständige Navigation
Du bist selbst dafür verantwortlich, den Weg zu finden. Der Veranstalter versorgt dich dafür mit den notwendigen Tracks und Beschreibungen: z.B. mittels digitaler Navigation über eine App mit GPX-Tracks. Analoges Material gibt es zusätzlich in Form einer schriftlichen Wegbeschreibung („Hinter der Kapelle links abbiegen“).
Zeitliche Unabhängigkeit: Du musst nur pünktlich vor dem Abendessen in der nächsten Hütte oder Unterkunft sein.
Eigenverantwortung
Da dich kein Profi begleitet, liegt die Verantwortung ganz bei dir:
Ansprechperson im Hintergrund
„Ohne Führung“ heißt aber nicht „alleingelassen“. Du hast eine Notfall-Nummer. Wenn es wirklich hakt, erreichst du jemanden, der die lokale Infrastruktur kennt und dich unterstützen kann.
Selfguided: Über den Veranstalter buchst du die Organisation (Hütten, Hotels, Route, Beschreibung, Tracks u.v.m.) der Tour, wanderst aber eigenverantwortlich ohne Bergführer:in.
Geführt: Du buchst das Rundum-Sorglos-Erlebnis inklusive professioneller Führung, Expertise und Gemeinschaft.
Erfahrene Berggeher:innen
Du solltest kein:e blutige:r Anfänger:in sein. Da kein:e Bergführer:in dabei ist, musst du in der Lage sein, Wetterzeichen zu deuten (Wann droht ein Gewitter?) und dein eigenes Leistungsvermögen am Berg realistisch einschätzen können.
Du solltest dich sicher im Gelände bewegen und dich auch an ausgesetzten Stellen (wo es daneben steil bergab geht) wohlfühlen, ohne dass dir jemand die Hand reicht.
Du solltest dich im alpinen Gelände sicher orientieren können. Auch wenn du GPX-Tracks bekommst, solltest du wissen, wie man eine Wander-App bedient oder im Notfall eine Karte liest, wenn der Handyakku leer ist.
Du bist fit genug für bis zu 1.200 Höhenmeter (oder mehr) am Tag und hast Kondition für 6 bis 8 Stunden Wandern. Du bist trittsicher und entscheidest gerne eigenverantwortlich.
Eine selfguided Bergwanderung läuft im Grunde wie eine normale Bergwanderung ab, hat aber ein paar Besonderheiten. Der Veranstalter kümmert sich um:
Info zum täglichen Ablauf:
Start: Du entscheidst selbst, ob du zum Sonnenaufgang losgehst oder erst nach dem Frühstück.
Verpflegung: Du kehrst in Hütten am Wegrand ein oder hast deine eigene Brotzeit im Rucksack. Halbpension in den Unterkünften ist inklusive.
Transfers & Shuttles: Viele Touren benötigen Transfers (z.B. durch Tunnel oder lange Täler), um die Tour in einem gewissen Zeitfenster bewältigen zu können. In der Praxis bedeutet das: Kontakte, genaue Abläufe, Treffpunkte usw. sind detailliert für dich beschrieben. Vor Ort organisierst du dir diese aber selbst, da du mit deinem eigenen Zeitmanagement und möglichen Abweichungen rechnen musst.
Bei einer selfguided Bergwanderung ist die Route vorgegeben. Du musst dich also nicht mit Kartenmaterial quälen, um herauszufinden, welcher Weg der beste ist.
Obwohl die Route steht, hast du innerhalb des Tages Flexibilität:
Zusammenfassend: Du musst kein:e Planer:in sein, sondern nur ein:e „Ausführer:in“. Du folgst einer „unsichtbaren Linie“, die wir für dich gezeichnet haben.
Alle Tourdaten, Informationen, Kontaktdaten, Tracks und Beschreibungen werden dir in der OASE alpin-App zur Verfügung gestellt. Diese ist nach dem Download und der Aktualisierung auch offline nutzbar und bietet uns die Möglichkeit, deine Tourunterlagen tagesaktuell zu halten!
Notfall-Hotline: Du hast eine Notfallnummer des Veranstalters. Die Mitarbeiter:innen kennen die Region und können dich bei einer notwendigen Umplanung unterstützen.
Schlechtwetter-Varianten: In deinen Reiseunterlagen findest du alternative Routen (z.B. durch das Tal statt über den Gipfel) für Tage mit viel Regen.
Kurzgefasst: Du musst die Entscheidung (Abbruch/Umweg) zwar selbst treffen, aber der Veranstalter liefert dir die Lösungen in den Tourenbeschreibungen und kann dich bei logistischen Problemen unterstützen.
Schwierig bzw. nicht möglich. Das liegt an der festen Logistik-Kette, die wie ein Uhrwerk funktioniert.
Organisierte selfguided Bergwanderung (1-wöchig)
Tipp: Wenn du für den Sommer eine Alpenüberquerung planst, ist Dezember bis Februar der beste Zeitpunkt zu buchen, um noch eine gute Auswahl an Terminen zu haben.
Selfguided Bergwanderungen sind besonders dort beliebt, wo eine hervorragende Infrastruktur (Beschilderung, Hüttennetz, Transport) auf spektakuläre Landschaften trifft.
Die Alpen (Deutschland, Österreich, Italien, Schweiz)
Dies ist die wichtigste Region für alpine selfguided Bergwanderungen.
Südeuropa & Inseln (Frühling & Herbst)
Ideal für die Nebensaison, wenn es in den Alpen noch schneit oder schon zu kalt ist.
Großbritannien & Irland
Hier hat das Wandern ohne Guide eine lange Tradition („Inn-to-Inn Walking“).
Pilgerwege
Mittlerweile gibt es ein tolles Tourenangebot an organisierten selfguided-Touren, die weit über einfaches Flachlandwandern hinausgehen.
Beispiele für beliebte alpine selfguided-Routen
Eine Alpenüberquerung setzt immer eine gute Kondition, Trittsicherheit und Fitness voraus. Für Anfänger:innen ist sie daher grundsätzlich nicht geeignet – weder als geführte Tour noch in Eigenregie.
Wer jedoch Wandererfahrung gesammelt und Lust auf Mehrtagestouren hat, sollte sich schrittweise herantasten: Zum Beispiel mit dem zweiten Teil des E5 von Bozen nach Trient – und das als geführte Tour. Je mehr Erfahrung du sammelst, desto besser wird deine Selbsteinschätzung und damit die Grundlage für eine klassische Alpenüberquerung.
Von den Kosten betrachtet, ja – denn das Bergführerhonorar entfällt. Dafür musst du jedoch alle Einschätzungen und Entscheidungen selbst treffen: Wetter, Etappe, Tempo, Pausen, Orientierung und Technik.
Von der heimischen Couch aus wirkt das oft einfach – auf Tour kann es jedoch schnell anspruchsvoll werden.
Alle unsere ausgeschriebenen Routen – auch der E5 von Oberstdorf nach Meran bzw. weiter bis nach Trient – kannst du ohne Bergführer:in gehen.
Du erhältst von uns alle wichtigen Informationen, wir unterstützen dich bei Planung und Logistik vor Ort und stehen dir vor und während der Tour telefonisch zur Verfügung. Sollten die Verhältnisse ungünstig sein, erarbeiten wir passende Alternativen – kürzer, weniger anspruchsvoll oder mit Umgehungen.
Die einfachste Alpenüberquerung in unserem Angebot ist der zweite Teil des E5 von Bozen nach Trient.
Streng genommen handelt es sich dabei nicht um eine klassische Alpenüberquerung – dafür aber um eine ideale Möglichkeit, sich mit dem Thema Mehrtageswanderung bzw. Fernwandern vertraut zu machen.
Ein guter Berg- oder Trekkingschuh – hoch oder halbhoch – muss einige Kriterien erfüllen: Er sollte gut eingelaufen sein, aber nicht älter als fünf Jahre. Bei älteren Modellen empfehlen wir, diese vor der Tour von einem Fachhändler prüfen zu lassen.
Wichtig ist außerdem eine Sohle, die auf wechselnden Untergründen zuverlässig greift – etwa auf Schotter, glatten Platten, nassen Wiesen oder Schnee. Nicht vergessen: Gute Bergsocken, die Scheuerstellen und Blasen vorbeugen.
Wir empfehlen außerdem, Snowline-Spikes mitzunehmen. Diese können bei Tourstart in Oberstdorf in unserem Büro gekauft werden. Die ultraleichten Mini-Steigeisen passen auf jeden Schuh und leisten bei Altschneefeldern und vereisten Stellen wertvolle Dienste.
Vor Tourbeginn stellen wir für unsere Teilnehmer:innen eine Ausrüstungsliste mit allen relevanten Gegenständen zusammen.
Zusätzlich geben wir praktische Tipps – zum Beispiel zu passenden Bergschuhen oder zum effizienten Packen des Rucksacks.
Wenn das Wetter nicht mitspielt, stellen wir Alternativrouten zur Verfügung. Damit lassen sich hochgelegene Passagen umgehen oder besonders lange Etappen abkürzen.
So kann ein kompletter Tourabbruch in vielen Fällen vermieden werden.
Tritt während der Tour ein Notfall auf, sind wir über unsere Notfallhotline 24/7 erreichbar.
Bitte zögere nicht, dich bei uns zu melden – lieber einmal zu oft anrufen als einmal zu wenig.
Wer regelmäßig in den Bergen unterwegs ist, sollte eine Versicherung abschließen, die im Notfall die Kosten für Rettungseinsätze sowie mögliche (Nach-)Behandlungen übernimmt.
Eine solche Versicherung kann zum Beispiel über einen alpinen Verein wie den Deutschen Alpenverein (DAV) abgeschlossen werden. Wichtig ist, sich im Detail zu erkundigen, welche Leistungen enthalten sind – von Hubschrauberrettungen bis zur Rückholung aus dem Ausland.
Wir empfehlen Garmin, Outdooractive und klassisches Kartenmaterial. Die GPX-Tracks bekommst du mit deinen Tourunterlagen über unser Intranet.
Ja – dafür haben wir eine passende Tour im Programm: den Vinschgauer Höhenweg.
Für die Rückfahrt mit Bus oder Bahn erhalten unsere Teilnehmer:innen vor Tourstart eine detaillierte Beschreibung. Diese wird zusammen mit den Reiseunterlagen rechtzeitig zugeschickt.
Im Falle eines Abbruchs bitte unsere Notfallnummer anrufen. Wir besprechen dann gemeinsam, wie du am besten zurückkommst.
Eine Rückerstattung der Kosten ist von unserer Seite leider nicht möglich. Manche Versicherungen übernehmen in solchen Fällen jedoch gegebenenfalls anfallende Kosten.