Hochtour | OASE alpin Bergschule Oberstdorf

Über Gletscher und Grate auf die hohen Berge

Hochtouren


Eine Hochtour ist:

eine Bergtour im Hochgebirge, meist im vergletscherten Gelände der West- und Ostalpen. Auf Firn, Fels und Eis – oft weglos, über Gletscher und auf Blockgraten, häufig mit leichter bis mittelschwerer Kletterei. Du gehst mit Steigeisen, bist am Seil unterwegs und startest vor Sonnenaufgang. Dann ist der Schnee noch gefroren und es bleibt genügend Zeit, diese großen Tage am Berg mit allen Sinnen zu genießen.


Wir treffen uns meistens im Tal und steigen am ersten Tag zu einer Hütte auf, um die Tour von einem hohen Ausgangspunkt zu starten. Der Komfort auf diesen „echten“ Schutzhütten sinkt mit der Höhe, aber das Erlebnis wächst. Ob wir länger auf derselben Hütte nächtigen, vom Gipfel auf eine andere weitergehen oder wieder ins Tal absteigen, hängt ganz von der Tour ab – und von den Wetterverhältnissen.

Hochtourengehen ist anspruchsvoll und verlangt vielseitiges Können und Wissen. Exponiert im Hochgebirge unterwegs zu sein, fordert und fördert Körper und Geist. Belohnt wirst du mit unvergleichbaren Bergkulissen, klassischen Routen auf bekannte – und weniger bekannte – Gipfel und intensiven Erlebnissen, an die du dich noch lange erinnern wirst.

Kurz gesagt: Eine Hochtour ist eine Herausforderung und ein nachhaltiges Erlebnis.

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Unsere Angebote

Hochtouren sind so vielseitig wie unsere Kund:innen und die Berge selbst. Deshalb findest du bei uns Touren für verschiedene Levels: vom ersten Hineinschnuppern für Einsteiger:innen bis zu den anspruchsvollen Anstiegen für Könner:innen.

Einfache Hochtouren für Einsteiger:innen

Ideal, wenn du zum ersten Mal in die hochalpine Welt aus Gletschern und Gipfeln eintauchen möchtest und grundlegende Fertigkeiten dafür erwerben willst. Du lernst das Gehen mit Steigeisen, den Umgang mit dem Eispickel, die notwendige Seiltechnik u. v. m. – und sammelst erste Erfahrungen im Hochgebirge.

Hierfür eignen sich beispielsweise folgende Touren:

Hochtouren für Fortgeschrittene

Du hast schon erste Hochtourenerfahrungen gesammelt, deine ersten Gipfel bestiegen und willst mehr: längere Routen, größere Höhe, anspruchsvolleres Gelände.

Unsere Angebote:

Anspruchsvolle Hochtouren für Könner:innen

Wenn du eine gute Kondition und sichere Geh- und Seiltechnik mitbringst, bist du bereit für die großen Klassiker. Diese Touren setzen sauberes Fortbewegen im Block- und Felsgelände, Sicherheit in Firn- und Eisflanken und das entsprechende Mindset voraus. Passt alles zusammen, dann warten klassische Gipfel und spektakuläre Panoramen auf dich.

In unserem Programm:

Was du mitbringst

Hochtouren sind technisch und konditionell eine besondere Herausforderung. Du bewegst dich
in hochalpinem Gelände und startest oft noch in der Nacht. Kälte und Wind sind für dich
natürliche Elemente, die im Hochgebirge dazugehören. Das sichere Gehen auf Firn, Eis oder
Fels bereitet dir keine Schwierigkeiten.

Technik & Ausdauer:
Selbsteinschätzung Kondition & Technik

Wenn du auf Hochtour unterwegs bist, hilft dir außerdem:

  • Frühaufsteher:in zu sein (okay, sehr früh)
  • In Hüttenlagern – inklusive Schnarcher:innen – schlafen zu können
  • Zu akzeptieren, dass das Wetter und die Elemente stärker sind als die eigenen Gipfelwünsche
  • Teamplayer:in mit einer positiven Grundeinstellung zu sein
  • Bereit zu sein, auch Eigenverantwortung zu übernehmen

Kurz gesagt: Hochtouren sind beeindruckend, fordernd und ehrlich. Und genau deshalb so schön.

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OASE alpin Geschäftsführerwechsel
Thomas Dempfle und Korbinian Schmittlein

Bergschulleiter
staatl. geprüfte Berg- und Skiführer

OASE alpin GmbH

Bergschule in Oberstdorf
Bahnhofplatz 5 | 87561 Oberstdorf
bergschule@oase-alpin.de
+49 8322 8000 980

Kontakt aufnehmen

Unsere Leistungen

Wir sind seit 1989 professionell in den Bergen unterwegs. Wir kennen die Hütten, die Übergänge, all die klassischen, aber auch die unbekannten Gipfelanstiege. Und wir kennen die Stellen, an denen man besonders aufmerksam sein muss.

Du bringst Motivation und Lust auf Berge mit. Wir haben die nötige Struktur, jahrelange Erfahrung und praktisches Wissen, das man nicht googeln kann.

Du bekommst von uns eine Tour, die professionell vorbereitet ist:

  • Eine Tourenplanung, die sich an der Gruppe, den Bedingungen und realistischen Zielen orientiert
  • Bestens ausgebildete OASE-Bergführer:innen mit umfassendem Wissen über die West- und Ostalpen
  • Klare Kommunikation und Infos zur Route, zu Schlüsselstellen, Varianten und Alternativen

In den Kosten enthalten:

  • Führung durch staatl. geprüfte:n Bergführer:in
  • Persönliches Beratungsgespräch bei der Buchung
  • Vorabinformationen, damit du dich auf die Tour einstimmen kannst
  • Perfekt ausgewählte Hütten und Unterkünfte
  • Professionelle Organisation der Logistik
  • Modernes Leihmaterial (je nach Tourenausschreibung)

Zusätzliche Aufwendungen – nicht Bestandteil des Reisepreises, abhängig vom persönlichen Bedarf

  • Ausbildungs- und Vorbereitungskurse
  • Maßgeschneiderte Angebote für dich und deine Freund:innen
  • Ggf. Übernachtungs- & Verpflegungskosten (abhängig von der gebuchten Tour)
  • Privatführung: Preis abhängig von Dauer, Gebiet und Schwierigkeit
  • Ggf. Transfers, Bergbahnen, Parkplatzgebühren (tourabhängig)

Häufige Fragen zu Hochtouren

Was ist eine Hochtour?

Eine Hochtour ist die „Königsdisziplin“ des Bergsteigens. Der entscheidende Unterschied zu einer normalen Bergtour ist das Gelände: Sobald du dich auf Gletschern oder in ganzjährig vereisten bzw. verschneiten Regionen (der sogenannten Nivalzone) bewegst, spricht man von einer Hochtour.

Was macht eine Hochtour aus?

Eine Hochtour beginnt dort, wo „normale“ Bergwege aufhören. Die wichtigsten Merkmale sind:

  • Vergletschertes Gelände: Das Begehen von Gletschern erfordert fast immer das Gehen am Seil (Seilschaft), um einen potenziellen Sturz in eine Gletscherspalte abzufangen.
  • Kombiniertes Gelände: Du bewegst dich oft abwechselnd auf Fels, Schnee und blankem Eis. Das erfordert den sicheren Umgang mit Steigeisen und Pickel.
  • Technische Anforderungen: Du musst Sicherungstechniken beherrschen (z. B. Spaltenbergung, Standplatzbau in Eis und Fels).
  • Die Höhe: Da die Gletscher in den Alpen meist erst über 2.800 m beginnen, spielt die dünne Luft und die Akklimatisation eine wichtige Rolle.

Abgrenzung zur Gletscherwanderung

Oft wird das Gletschertrekking (Gletscherwanderung) als Einstieg genutzt.

  • Gletscherwanderung: Das Ziel ist das Erlebnis auf dem Eis. Du bleibst meist auf flachen, technisch einfachen Routen.
  • Hochtour: Das Ziel ist meist ein Gipfel. Der Weg dorthin führt über den Gletscher, beinhaltet aber oft auch steile Eisrinnen oder Kletterpassagen am Grat.

Worin unterscheidet sich eine Hochtour von einer normalen Bergtour?

Der Übergang zwischen einer Bergtour und einer Hochtour ist oft fließend, aber es gibt klare Kriterien, die eine Hochtour definieren. Der entscheidende „Gamechanger“ ist die Vergletscherung.

Das Gelände: Wo hört die Bergtour auf?

  • Bergtour: Du bewegst dich auf markierten oder weglosen Pfaden, im Geröll oder in felsigem Gelände. Auch wenn es steil ist, bleibt der Untergrund meist „fest“. Schneefelder können vorkommen, sind aber meist nur vorübergehende Hindernisse.
  • Hochtour: Hier betrittst du die nivale Zone (ewiges Eis und Schnee). Sobald ein Gletscher überquert werden muss, handelt es sich per Definition um eine Hochtour. Das Gelände ist „kombiniert“, das heißt, du wechselst ständig zwischen Fels, Firn (altem Schnee) und blankem Eis.

Die Ausrüstung: Was musst du mitschleppen?

Während du für eine Bergtour oft nur gute Berg- bzw. Approachschuhe und ggf. Stöcke brauchst, ist die Hochtour materialintensiver:

  • Bergtour: Bergschuhe/Approachschuhe, ggf. Helm bei Steinschlaggefahr.
  • Hochtour: Du brauchst zwingend Steigeisen und einen Eispickel. Da auf Gletschern Spaltensturzgefahr besteht, sind Klettergurt, Seil und Material zur Spaltenbergung (Karabiner, Reepschnüre, Eisschrauben, Seilklemmen etc.) Pflicht. Auch die Schuhe müssen „steigeisenfest“ sein.

Die Anforderungen & Gefahren

Der größte Unterschied liegt in der Art der Gefahr und dem benötigten Wissen:

  • Gefahren: Bei einer Bergtour fürchtest du primär den Wettersturz oder das Stolpern bzw. Abstürzen. Bei einer Hochtour kommen Gletscherspalten (oft unsichtbar unter Schnee), Eisschlag und die Höhenkrankheit hinzu, da Hochtouren in den Alpen meist über 3.000 m Seehöhe führen.
  • Know-how: Für eine Hochtour musst du Sicherungstechniken beherrschen. Du musst wissen, wie man eine Seilschaft auf dem Gletscher führt und wie man einen Partner aus einer Spalte rettet (z. B. mittels Flaschenzug).

Eine „Gletscherwanderung“ ist oft die Vorstufe zur Hochtour. Dabei bleibt man im flachen Gelände des Gletschers und meidet steile Kletterpassagen, benötigt aber dennoch die volle Gletscherausrüstung und das Wissen zur Spaltenrettung.

Ab welcher Höhe spricht man von einer Hochtour?

Eine feste oder exakt definierte Höhenmeter-Grenze gibt es nicht. In der Praxis und in der Fachliteratur haben sich jedoch Richtwerte etabliert, die an die klimatischen Bedingungen der Alpen gekoppelt sind.

Man spricht in den Alpen in der Regel ab einer Höhe von ca. 3.000 Metern von einer Hochtour.

Warum gerade 3.000 Meter?

Diese Höhenangabe orientiert sich an der Schneegrenze und der Vergletscherung:

  • Gletscherzone: In den Alpen beginnen die meisten Gletscher sowie Gebiete mit ganzjährigem Schnee (Firn) in der Zone zwischen 2.800 und 3.200 Metern.
  • Ausrüstungspflicht: Da man in dieser Höhe fast zwangsläufig auf Eis trifft, reicht die normale Wanderausrüstung nicht mehr aus. Man benötigt Steigeisen, Pickel und Sicherungsseil.
  • Gipfelziele: Klassische Hochtourenziele sind „Dreitausender“ (z. B. Großglockner, Wildspitze) oder „Viertausender“ (z. B. Mont Blanc, Piz Bernina).

Die Höhe allein ist jedoch nicht das einzige Kriterium. Entscheidend ist der Charakter der Tour:

  • Hohe Bergtour: Es gibt Gipfel über 3.000 m, die im Spätsommer komplett schneefrei sind und über markierte Wege erreichbar sind (z. B. manche Gipfel in den Ötztaler Alpen). Wenn kein Gletscherkontakt besteht und keine Steigeisen nötig sind, bezeichnet man diese Touren eher als anspruchsvolle Bergtour oder Alpinwanderung.
  • Niedrige Hochtour: Umgekehrt kann eine Tour auf einen Berg, der nur 2.700 m hoch ist, eine Hochtour sein, wenn man dafür einen (niedrig gelegenen) Gletscher überqueren muss (z. B. in den Hohen Tauern).

Wie plane ich eine Hochtour richtig?

Die Planung einer Hochtour ist deutlich komplexer als die einer normalen Wanderung, da du Variablen wie Spaltengefahr, Eisverhältnisse und den Zeitdruck durch die tageszeitliche Erwärmung berücksichtigen musst.

Ein bewährtes Konzept ist die 3×3-Filtermethode, bei der du die Faktoren Mensch, Gelände und Verhältnisse in drei Phasen prüfst: zu Hause, vor Ort und direkt an der Schlüsselstelle.

Schritt 1: Planung zu Hause (die Grobplanung)

Hier entscheidest du, ob die Tour überhaupt machbar ist.

  • Tour & Gelände studieren
  • Zeitplan erstellen
    • Wichtig: Plane auf Hochtouren immer Zeitpuffer ein und beachte, dass man am Seil auf dem Gletscher langsamer vorankommt.
  • Verhältnisse checken
  • Die Gruppe: Passt die Tour zum schwächsten Mitglied? Wer übernimmt die Führung der Seilschaft?

Schritt 2: Planung vor Ort (der Check an der Hütte)

Am Abend vor dem Aufbruch oder direkt beim Start werden die Infos präzisiert.

  • Wetter-Update: Wo liegt die Frostgrenze? Bei Hochtouren ist ein nächtliches „Durchfrieren“ der Schneedecke essenziell. Wenn es nachts nicht friert, werden Schneebrücken über Gletscherspalten instabil und der Aufstieg ist extrem mühsam.
  • Hüttenwirt:in fragen: Die Wirtsleute wissen meist am besten, wie die aktuellen Verhältnisse am Einstieg, auf dem Gletscher oder am Gipfelgrat sind.
  • Ausrüstung finalisieren: Sind die Steigeisen eingestellt? Sind die Seile bereit? Ist die Stirnlampe geladen? (Hochtouren starten oft um 4 oder 5 Uhr morgens, teilweise auch noch früher.)

Schritt 3: Zonale Planung

Während der Tour musst du den Plan ständig hinterfragen.

  • Zeit-Check: Sind wir noch im Zeitplan? Wenn du mittags noch im Aufstieg bist und der Schnee bereits aufweicht, ist das Risiko eines Spaltensturzes zu hoch. Umkehrzeiten festlegen!
  • Geländebeurteilung: Wie sieht die Randkluft (Übergang von Fels zu Eis) aus? Ist sie passierbar?
  • Mensch: Wie ist die Verfassung der Gruppe?

Die „Goldene Regel“ der Hochtour: der frühe Aufbruch

Auf Hochtouren ist Zeit Sicherheit. Man startet meist in der Dunkelheit, um:

  1. den Gletscher zu überqueren, solange er durch den Nachtfrost hart und sicher ist.
  2. Steinschlag zu vermeiden, der oft durch tauendes Eis am Vormittag ausgelöst wird.
  3. genug Zeitreserve für den Abstieg zu haben, bevor am Nachmittag häufig Wärmegewitter aufziehen.

Welche Kenntnisse und Erfahrungen brauche ich vor einer Hochtour?

1. Technische Fertigkeiten

  • Gehen mit Steigeisen
  • Umgang mit dem Eispickel
  • Seiltechnik
  • Spaltenbergung

2. Alpine Erfahrung und Orientierung

  • Geländelesen
  • Orientierung bei Nebel
  • Wetterkunde

3. Physische und mentale Voraussetzungen

  • Kondition: Oft ist Ausdauer für 8 bis 12 Stunden mit schwerem Rucksack in großer Höhe nötig.
  • Trittsicherheit und Schwindelfreiheit
  • Höhenverträglichkeit und Akklimatisation: Bereits ab etwa 2.500 m Seehöhe besteht das Risiko der Höhenkrankheit.

Der klassische Ausbildungsweg zur ersten Hochtour

  1. Solide Bergwander-Erfahrung aufbauen: Erfahrung auf Touren im Schwierigkeitsbereich T3 bis T5 (nach SAC-Wanderskala) sammeln.
  2. Hochtourenkurs (Grundkurs) besuchen: Diese werden z. B. von Bergschulen angeboten. Hier lernst du in 3 bis 5 Tagen die Grundlagen zu Technik, Planung, Ausrüstung und Kameradenrettung.
  3. Geführte Touren absolvieren: Die ersten Gipfel mit einer bzw. einem staatlich geprüften Bergführer:in besteigen, um Routine zu gewinnen.
  4. „Können“ bedeutet: Auf einer Hochtour beherrschst du die Rettungstechniken auch mit kalten Fingern, unter Stress und bei starkem Wind.

Brauche ich eine:n Bergführer:in?

In folgenden Fällen ist ein:e staatlich geprüfte:r Berg- und Skiführer:in dringend anzuraten:

  • Anfänger-Status: Wenn du noch nie mit Steigeisen und Pickel gearbeitet hast oder keine Erfahrung im Gehen am Seil hast.
  • Fehlendes Rettungswissen: Wenn du zwar fit bist, aber nicht weißt, wie man eine Spaltenbergung (Flaschenzug) durchführt. Im Ernstfall zählt jede Minute.
  • Komplexe Touren: Bei sehr anspruchsvollen Zielen (z. B. Matterhorn, Eiger), wo Wegfindung und Zeitmanagement extrem schwierig sind.
  • Sicherheitsplus: Ein:e Bergführer:in übernimmt die Verantwortung für die Routenwahl, das Wetter-Monitoring und die Einschätzung der Gletscherverhältnisse. Das reduziert dein Stresslevel enorm und du kannst deine Tour voll genießen.

Wie lange dauert eine typische Hochtour?

Eine typische Hochtour in den Alpen dauert insgesamt meist 2 Tage und wird häufig als Wochenend-Unternehmung durchgeführt. Die reine Gehzeit am Gipfeltag ist jedoch deutlich länger und intensiver als bei einer normalen Bergwanderung.

Beispiel: Wildspitze oder Großglockner

Tag 1: Der Hüttenzustieg (2 bis 4 Stunden)

Du wanderst am Nachmittag vom Talort zur hochgelegenen Schutzhütte (meist zwischen 2.500 m und 3.000 m Seehöhe). Dies dient auch der ersten Akklimatisation.

Tag 2: Der Gipfeltag (7 bis 12 Stunden)

Dies ist der eigentliche Kern der Hochtour. Er unterteilt sich in:

  • Aufstieg: ca. 4 bis 7 Stunden (Start oft zwischen 04:00 und 06:00 Uhr morgens).
  • Abstieg: ca. 3 bis 5 Stunden (zurück zur Hütte oder direkt ins Tal).

Welche Gefahren gibt es auf Hochtour?

Auf einer Hochtour begibst du dich in ein Umfeld, das deutlich dynamischer und gefährlicher ist als das einer Bergwanderung. Man unterscheidet dabei zwischen objektiven Gefahren (vom Berg ausgehend) und subjektiven Gefahren (vom Menschen ausgehend).

1. Objektive Gefahren

  • Gletscherspalten
  • Stein- und Eisschlag
  • Wettersturz
  • Wechtenbruch

2. Subjektive Gefahren

  • Erschöpfung und Konditionsmangel
  • Überschätzung
  • Mangelndes Know-how
  • Höhenkrankheit

3. Gefahrenmix

In der Praxis wirken objektive und subjektive Gefahren häufig zusammen. Fehlentscheidungen, Zeitdruck oder Erschöpfung können objektive Risiken massiv verstärken.

Wie kann ich mich vor Höhenkrankheit schützen?

Die Höhenkrankheit (AMS – Acute Mountain Sickness) ist keine Frage der Fitness, sondern der Anpassungsfähigkeit deines Körpers an den sinkenden Luftdruck und den damit verbundenen Sauerstoffmangel. In den Alpen betrifft dies vor allem Touren, die über 2.500 bis 3.000 Meter Seehöhe führen.

1. Die goldene Regel: „Go high, sleep low“

Dein Körper passt sich am besten an, wenn du ihn tagsüber dem Reiz der Höhe aussetzt, aber in einer tieferen Zone schläfst.

  • Hütten-Taktik: Steige am ersten Tag gemütlich zur Hütte auf. Wenn du Zeit hast, wandere nach der Ankunft noch 100 bis 200 Höhenmeter weiter hinauf und kehre dann zur Hütte zum Schlafen zurück.
  • Aufstiegsgeschwindigkeit: Steige langsam auf. Als Faustregel gilt ab 3.000 m: nicht mehr als 300 bis 500 Höhenmeter Differenz zwischen zwei Schlafplätzen pro Nacht.

2. Trinken, trinken, trinken

In der Höhe verlierst du durch die trockene Luft und die schnellere Atmung massiv Flüssigkeit.

  • Menge: Trinke mindestens 3 bis 4 Liter Wasser oder Tee pro Tag.
  • Check: Dein Urin sollte hell sein. Dunkler Urin ist ein Warnsignal für Dehydration, was die Symptome der Höhenkrankheit verstärkt.

3. Verzicht auf Alkohol und Nikotin

  • Alkohol: Stört die Atmung im Schlaf (man atmet flacher) und dehydriert den Körper zusätzlich. Das verhindert die notwendige Akklimatisation in der Nacht.
  • Nikotin: Verschlechtert den Sauerstofftransport im Blut.

4. Kohlenhydrate bevorzugen

Die Verdauung von Proteinen und Fetten verbraucht mehr Sauerstoff. Auf Hochtouren sind leicht verdauliche Kohlenhydrate (z. B. Nudeln, Riegel, Trockenfrüchte) der beste Treibstoff, da sie die Sauerstoffausbeute bei der Verbrennung optimieren.

5. Medikamente sind kein Ersatz

  • Schmerzmittel: Aspirin oder Ibuprofen können Kopfschmerzen lindern, beheben aber nicht die Ursache. Sie können zudem Warnsignale des Körpers verschleiern.

Was sind die wichtigsten Sicherheitsregeln auf Hochtouren?

1. Die Seilschaft

  • Nie ohne Seil auf den Gletscher
  • Seil immer straff halten
  • Angemessene Abstände und Gruppengröße

2. Zeitmanagement

  • Der frühe Start
  • Die Umkehrzeit
  • Tageserwärmung beachten

3. Ausrüstung und Technik

  • Vollständigkeit der Ausrüstung
  • Sicheres Handling
  • Seiltechnik

4. Mensch und Kommunikation

  • Ehrlichkeit
  • Keine:r bleibt allein
  • Kompetenz
  • Partnercheck

5. Orientierung und Wetter

  • Wettercheck
  • Orientierungsmittel und Können
  • Geländelesen

Welche Ausrüstung brauche ich für eine Hochtour?

1. Hardware

  • Steigeisen
  • Eispickel
  • Hochtouren-Gurt
  • Steigeisenfester Bergschuh
  • Bergseil (30–50 m)
  • 3 bis 4 Schraubkarabiner
  • 2 Reepschnüre (ca. 1 m und 4 m)
  • Bandschlinge 120 cm, vernäht
  • Eisschraube (17–21 cm)
  • Optional: mechanische Seilklemme (Tibloc / Micro Traxion)

2. Bekleidung (Zwiebelprinzip)

  • Hardshell-Jacke und -Hose
  • Isolationsschicht (Primaloft oder Daune)
  • Hochtourenhose (Softshell)
  • Funktionsunterwäsche und Midlayer
  • Handschuhe (2 Paar: dünn / dick)
  • Mütze
  • Stirnband oder Buff (z. B. unter dem Helm)

3. „Schutz“

  • Helm
  • Sonnen- / Gletscherbrille
  • Sonnenschutz: Sonnencreme und Lippenschutz
  • Stirnlampe
  • Erste-Hilfe-Paket inkl. Rettungsdecke und Biwaksack
  • Orientierung: GPS, Karte, Bussole, Höhenmesser

Wie groß sollte mein Rucksack für eine Hochtour sein?

Rucksackgröße & -ausstattung für Hochtouren

  • Tagestour: max. 25 bis 30 Liter
  • Wochenend-Tour: max. 30 bis 35 Liter
  • Hochtourenwoche: max. 35 bis 40 Liter
  • Schlanke Form
  • Pickelhalterung
  • Optional: Helmhalterung
  • Seilbefestigung
  • Hüftgurtkompatibilität

Kann ich Ausrüstung ausleihen oder mieten?

Hochtourenausrüstung ausleihen – sinnvoll für Einsteiger:innen?

Ja, besonders wenn du gerade erst mit dem Hochtourengehen beginnst. Die Grundausstattung (Schuhe, Steigeisen, Pickel, Gurt) kostet neu schnell zwischen 600 und 1.000 Euro. Durch das Ausleihen kannst du verschiedene Modelle testen, bevor du dich festlegst.

Möglichkeiten

  1. Alpenvereinssektionen (DAV / OEAV)
  2. Bergschulen
  3. Bergsportgeschäfte, meist nur in „Bergsteiger-Zentren“, z. B.:
    • Zermatt
    • Chamonix
    • Pontresina
    • Sölden
    • Heiligenblut
    • Kals
  4. Schuhe & Steigeisen gemeinsam testen: Nicht jedes Steigeisen passt auf jeden Schuh. Lass dir im Laden zeigen, wie man sie korrekt montiert.
  5. Reservierung: In der Hochsaison (Juli / August) sind gängige Schuhgrößen in den Bergsportorten oft ausgebucht. Reserviere mindestens eine Woche im Voraus.

Wie schwierig ist eine Hochtour? Gibt es eine Bewerungsskala?





Grad Bezeichnung Gelände & Anforderungen Klettern (UIAA) Eisneigung
L Leicht Einfaches Gehgelände (Fels oder Firn), Gletscher meist flach und spaltenarm. bis 35°
WS Wenig schwierig Meist Gehgelände, erhöhte Aufmerksamkeit bei der Routenwahl. I bis II bis 40°
ZS Ziemlich schwierig Längere und exponierte Kletterpassagen, steile Firnflanken. II bis III bis 50°
S Schwierig Gute Routenwahl und sichere Seilführung zwingend. Steiles Eis. III bis IV bis 60°
SS Sehr schwierig Sehr anspruchsvolle Felskletterei und sehr steile Eiswände. IV bis V bis 70°
AS Äußerst schwierig Extreme Exposition, senkrechtes Eis, kaum Sicherung möglich. ab V ab 70°

Wie trainiere ich für meine erste Hochtour?

Da eine Hochtour keine normale Wanderung ist, sondern oft 8 bis 12 Stunden Konzentration und Kraft in sauerstoffarmer Luft erfordert, sollte dein Training auf drei Säulen basieren:
Ausdauer, Kraftausdauer und Trittsicherheit.

1. Die Basis: Grundlagenausdauer

Hochtouren sind ein Marathon, kein Sprint. Dein Herz-Kreislauf-System muss lernen, über Stunden ökonomisch zu arbeiten.

  • Was: Wandern, Joggen, Radfahren oder Schwimmen.
  • Umfang: Mindestens zweimal pro Woche 60 bis 90 Minuten bei moderatem Puls
    (du solltest dich noch unterhalten können).
  • Spezifisch: Einmal pro Woche eine lange Wanderung (4–6 Stunden) mit ordentlich Höhenmetern einbauen.

2. Kraftausdauer

Du musst nicht nur dein Körpergewicht, sondern auch einen ca. 9 kg schweren Rucksack über steile Anstiege tragen.

  • Treppensteigen: Das effektivste Training! Such dir ein Hochhaus oder eine lange Treppe im Park.
    Steige 20 bis 30 Minuten am Stück mit gepacktem Rucksack hinauf
    (und fahr ggf. mit dem Aufzug hinunter, um die Knie zu schonen).
  • Kniebeugen & Ausfallschritte: 3 Sätze à 20 Wiederholungen stabilisieren die Muskulatur rund um das Knie
    – das schützt dich vor allem beim Abstieg vor Verletzungen.
  • Rumpfstabilität (Planks): Ein starker Core hilft dir, das Gewicht des Rucksacks auszubalancieren,
    wenn du auf unebenem Eis stehst.

3. Trittsicherheit & Koordination

Auf dem Gletscher und im Blockgelände musst du jeden Schritt präzise setzen.

  • Einbeinstand: Trainiere dein Gleichgewicht
    (z. B. beim Zähneputzen auf einem Bein stehen).
  • Geländewechsel: Geh beim Wandern bewusst auch abseits der Wege über Wurzeln oder Blockwerk.
  • Bergschuhe tragen: Gewöhne deine Füße an feste, schwere Schuhe.
    Geh deine neuen Hochtourenstiefel unbedingt vorher auf kürzeren Touren ein!

4. Mentale Vorbereitung & Wissen

  • Trockenübungen: Kauf dir eine Reepschnur und lerne die wichtigsten Knoten
    (Achter, Prusik, Halbmastwurf) zu Hause auf dem Sofa, bis du sie blind beherrschst.
  • Höhengewöhnung: Wenn möglich, verbringe vor der großen Tour ein Wochenende
    auf einer Hütte über 2.000 m Seehöhe, um deinem Körper zu zeigen, wie sich dünne Luft anfühlt.

Welche Fitness sollte ich haben, bevor ich eine Hochtour mache?

Bin ich körperlich bereit für eine Hochtour?

  • Höhenmeter: Du kannst 800 bis 1.000 Höhenmeter am Stück aufsteigen, ohne danach völlig am Ende zu sein.
  • Dauer: Du kannst 6 bis 8 Stunden in Bewegung sein (Wandern / Bergsteigen).
  • Gepäck: Du kannst diese Leistung mit einem ca. 9 kg schweren Rucksack erbringen.
  • Puls: Du kannst im Aufstieg ein Tempo halten, bei dem du etwa 400 Höhenmeter pro Stunde schaffst,
    aber trotzdem noch in der Lage bist, kurze Sätze zu sprechen (Plaudertempo).

Welchen Einfluss hat das Wetter auf eine Hochtour?

1. Temperatur und Frostgrenze

Dies ist einer der wichtigsten Faktoren:

  • Die Nachtstrahlung: Es ist optimal, wenn es nachts klar ist, damit der Schnee abstrahlen und gefrieren kann („Durchfrieren“). Dann sind Schneebrücken über Gletscherspalten meist stabil.
  • Nullgradgrenze: Liegt sie zu hoch (z. B. über 4.000 m Seehöhe), wird der Gletscher bereits am frühen Vormittag weich und „sumpfig“. Das Risiko für Spalteneinbrüche steigt massiv. Zudem löst tauendes Eis Steinschlag aus.

2. Sicht und Bewölkung (Whiteout-Risiko)

Auf einem Gletscher gibt es keine Wege, Markierungen oder Bäume zur Orientierung.

  • Whiteout: Wenn Wolken, Nebel und der weiße Boden verschmelzen, verlierst du jegliches Gefühl für oben, unten, Steigung oder Abgrund. Orientierung ist dann nur noch mit GPS oder Kompass möglich.
  • Psychischer Stress: Orientierungslosigkeit in spaltenreichem Gelände führt schnell zu Panik und Fehlentscheidungen.

3. Wind (Windchill-Effekt)

In der Höhe ist der Wind fast immer stärker als im Tal.

  • Auskühlung: 0 °C bei Windstille fühlen sich völlig anders an als 0 °C bei 50 km/h Wind (Windchill). Die Erfrierungsgefahr an Fingern und Nase steigt drastisch.
  • Gleichgewicht: Starke Böen können dich an schmalen Graten buchstäblich aus dem Gleichgewicht bringen.

4. Gewitter

Auf einem exponierten Gipfel oder Grat bist du der höchste Punkt und damit ein Blitzableiter.

  • Statische Aufladung: Wenn deine Ausrüstung (Pickel, Seil) anfängt zu surren oder deine Haare zu Berge stehen („Singen der Drähte“).
  • Timing: Da sich Wärmegewitter meist am Nachmittag bilden, ist dies der Hauptgrund für den extrem frühen Aufbruch („Alpiner Start“).

5. Niederschlag (Schnee statt Regen)

Ab etwa 3.000 m Seehöhe fällt Niederschlag fast immer als Schnee, auch im Hochsommer.

  • Neuschnee: Er verdeckt Spalten, macht Tritte im Fels rutschig und erhöht sofort die Lawinengefahr (besonders in steilen Firnflanken).
  • Eisbildung: Regen in der Höhe gefriert sofort zu „Verglasung“ auf dem Fels, was einfaches Klettergelände extrem schwierig oder unpassierbar macht.

Wann ist die beste Jahreszeit für Hochtouren?

Frühsommer (Juni / Juli) – oft ideal

Für die meisten „klassischen“ Hochtouren (wie Großglockner, Wildspitze oder Piz Palü) ist der frühe Sommer die sicherste Zeit:

  • Gute Brücken: Die Gletscherspalten sind noch mit kompaktem Altschnee aus dem Winter gefüllt und zugefroren. Das Risiko einzubrechen, ist bei korrektem Verhalten geringer.
  • Leichteres Gehen: Auf Firn (festem Schnee) lässt es sich mit Steigeisen viel angenehmer und sicherer gehen als auf blankem, hartem Gletschereis.
  • Weniger Steinschlag: Da der Boden noch gefroren ist und Schnee auf den Felsflanken liegt, werden lose Steine „festgehalten“.

Was sich im Hochsommer ändert

Mit der globalen Erwärmung hat sich die Saison verschoben. Im August sind viele Gletscher mittlerweile „ausgeapert“:

  • Das weiße Schneefeld verschwindet und macht grauem, hartem Eis Platz.
  • Man benötigt deutlich mehr Kraft beim Gehen mit Steigeisen.
  • Spaltengefahr: Brücken, die im Juni noch hielten, schmelzen weg. Man muss oft große Umwege um offene Spalten machen.
  • Randkluft: Der Übergang vom Gletscher zum Fels wird oft zu einem unüberwindbaren Hindernis, weil das Eis vom warmen Fels wegschmilzt.

Regionale Unterschiede

  • Ostalpen (Österreich): Meist ab Mitte Juni gut machbar.
  • Westalpen (Schweiz / Frankreich – 4.000er): Hier beginnt die Saison oft erst im Juli richtig, da der Schnee in der großen Höhe länger braucht, um sich zu setzen.
  • Südalpen (Italien): Hier kann es im August schon zu trocken und steinschlaggefährlich sein; Juni / Juli sind hier oft perfekt.

Wie läuft eine Hochtour in der Gruppe ab?

Eine Hochtourengruppe (Seilschaft) sollte keine Ansammlung von Einzelgänger:innen und Egoist:innen sein,
sondern eine respektvoll funktionierende Einheit bilden.

Am Vorabend: Briefing und Check

  • Material-Check
  • Rollenverteilung
  • Planung: Aufbruch und Umkehrzeit

Los geht’s: „Alpiner Start“

  • Frühstück oft zwischen 3 und 5 Uhr
  • Partner-Check
  • Zustieg

Anseilen und Gletscherbegehung

  • Vorbereitung: Abstände und Kommandos
  • Kommunikation (Pause, Seil straff etc.)
  • Tempo
  • Spaltenüberquerung

Schlüsselstellen

  • Gleichzeitiges Gehen oder Sichern
  • Konzentration im Abstieg – aufeinander achten
  • Debriefing auf der Hütte oder im Tal

Was macht eine gute Gruppe aus?

  • Ehrlichkeit: Sagen, wenn man eine Pause braucht oder Angst hat.
  • Synchronität: Auf den Rhythmus der anderen achten.
  • Sicherheitsfokus: Kritik an schlecht sitzenden Steigeisen oder lockerem Seil
    wird angenommen und nicht als Beleidigung verstanden.

Wie plane ich Übernachtungen auf Hütten oder Biwak?

Übernachtung auf der Hütte (der Standard)

Hütten sind auf Hochtouren meist strategisch so platziert, dass man am Gipfeltag nur noch
4 bis 6 Stunden Aufstieg vor sich hat.

  • Reservierung: In der Hochsaison (Juli / August) sind beliebte Hütten
    (z. B. Hörnlihütte am Matterhorn oder die Berliner Hütte) oft Monate im Voraus ausgebucht.
    Reserviere über die jeweiligen Online-Portale.
  • Hüttenruhe & Startzeit: Die Nachtruhe beginnt meist um 22:00 Uhr.
    Das Frühstück für Hochtourengeher:innen wird oft schon um 3:00 oder 4:00 Uhr serviert.
  • Ausrüstung für die Hütte:
    • Hüttenschlafsack: Aus hygienischen Gründen Pflicht, meist aus Seide oder Baumwolle.
    • Hüttenschuhe: Werden oft von der Hütte gestellt, leichte eigene sind ebenfalls eine Option.
    • AV-Ausweis: Falls du Mitglied in einem Alpenverein bist (Ersparnis bei der Übernachtung).
  • Briefing: Nutze den Abend, um den:die Hüttenwirt:in z. B. nach den aktuellen
    Gletscherverhältnissen und der Randkluft zu fragen.

Biwakieren

Ein Biwak (Übernachten im Freien ohne festes Lager) ist auf Hochtouren meist eine Notlösung
oder für sehr abgelegene Routen gedacht.

  • Rechtliches: In den meisten Alpenregionen ist Wildzelten bzw. Biwakieren
    in der Kernzone von Nationalparks oder Naturschutzgebieten streng verboten.
    Das geplante Biwak bewegt sich oft in einer rechtlichen Grauzone.
    Ein Notbiwak bei Erschöpfung oder Wetterumsturz ist jedoch überall gestattet.
  • Ausrüstung für das geplante Biwak:
    • Biwaksack: Wind- und wasserdicht (lebenswichtig).
    • Isomatte: Hoher R-Wert nötig, da Eis und Fels extrem schnell Wärme entziehen.
    • Schlafsack: Komfortbereich deutlich unter dem Gefrierpunkt erforderlich.
  • Platzwahl:
    • Sicher: Geschützt vor Steinschlag, Lawinen und Wind.
    • Eben: Auf Hochtouren oft schwierig – manchmal muss eine „Plattform“ im Schnee gegraben werden.
    • Keine Grate: Wegen der erhöhten Blitzschlaggefahr bei Wetterumsturz.

Was kostet eine Hochtour ungefähr?

Die Kosten für eine Hochtour hängen stark davon ab, ob du eigenständig unterwegs bist oder
eine:n Bergführer:in buchst. Für ein klassisches
Hochtouren-Wochenende (2 Tage) in den Alpen solltest du mit folgenden Beträgen rechnen:

1. Die Fixkosten (Hütte & Logistik)

Diese Kosten fallen immer an – egal, ob mit oder ohne Guide:

  • Hüttenübernachtung & Verpflegung: ca. 60 bis 90 Euro pro Nacht.
    • Beinhaltet Halbpension (Abendessen / Frühstück) und die Übernachtung im Lager.
      Als Alpenvereinsmitglied sparst du ca. 12 bis 15 Euro bei der Übernachtung.
  • Anreise: Je nach Entfernung (Sprit, Maut, Parkgebühren)
    ca. 30 bis 100 Euro.
  • Bergbahnen: Viele Touren starten an Seilbahnen, um den Zustieg zu verkürzen.
    Kosten: ca. 20 bis 60 Euro für Berg- und Talfahrt.

2. Kosten für den:die Bergführer:in

Wenn du einen Profi buchst:

  • Tageshonorar: Ein:e Bergführer:in kostet in den Alpen meist
    ab 600 Euro pro Tag zzgl. Spesen. Je nach technischem Anspruch und Länge der Tour
    steigt das Honorar.
  • Teilfaktor: Diesen Betrag teilst du dir mit deinen Seilpartner:innen.
    Bei einer 3er-Seilschaft zahlt also jede:r ca. 220 Euro pro Tag.
  • Kurse oder geführte Gruppentouren: Günstiger als eine Einzelbuchung,
    jedoch nur bis zu einem gewissen Schwierigkeitsniveau möglich.
    Beispiel: Matterhorn – ausschließlich im Verhältnis 1:1 (Bergführer:in : Gast).

3. Ausrüstung (Kauf vs. Leihe)

  • Leihen: Ein Set aus steigeisenfesten Schuhen, Steigeisen, Pickel und Gurt
    kostet ca. 30 bis 50 Euro pro Tag.
  • Kaufen: Eine solide Grundausstattung für den Einstieg kostet
    ca. 800 bis 1.200 Euro
    (Schuhe ca. 350 €, Jacke ca. 300 €, Hardware ca. 300 €, Rucksack ca. 150 €).
OASE alpin GmbH

Bergschule in Oberstdorf
Bahnhofplatz 5 | 87561 Oberstdorf

Auszeichnungen

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+49 8322 8000 980
bergschule@oase-alpin.com

 

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