
Bei einer Hochtour wechselst du vom Bergwandern zum Bergsteigen. Du bewegst dich dabei im alpinen Hochgebirge, das heißt im vergletscherten Gelände oder in ganzjährig vereisten und verschneiten Bereichen (Nivalzone). Typisch für solche Touren sind kombinierte Passagen aus Fels, Firn und Eis sowie der Einsatz von Steigeisen, Pickel und Seil.
Hochtouren verlangen daher neben guter Kondition auch Technik und alpines Wissen, um einen der markanten Drei- oder Viertausender der Alpen sicher zu besteigen.
Auch bei den großen Gipfelzielen der Alpen gibt es Routen, die vergleichsweise einfach begehbar sind. Diese werden als „leicht“ bezeichnet, wobei sich der Begriff ausschließlich auf die technischen Anforderungen der gewählten Route bezieht – nicht aber auf Höhe, Dauer und objektive sowie subjektive Gefahren.
Leichte Hochtouren führen über Gletscher und Firnfelder mit moderaten Steigungen. Das Gehen in der Seilschaft, der Umgang mit Steigeisen und Pickel sowie Kenntnisse im Bereich Spaltenbergung sind dennoch erforderlich.
Zur Einordnung von alpinen Unternehmungen und Hochtouren kommt die SAC-Berg- und Hochtourenskala zum Einsatz, auch bekannt als Schweizer bzw. französische Skala. Sie beschreibt die Gesamtschwierigkeit einer Route unter Berücksichtigung von Gelände, Exposition, Länge und technischen Anforderungen.
Leichte Viertausender bewegen sich in der Regel im Bereich L (leicht) bis WS (wenig schwierig).
Leichte Viertausender können ein wunderbarer Einstieg in die Welt der Hochtouren sein – vorausgesetzt, die Voraussetzungen passen. Denn auch wenn die technischen Schwierigkeiten eher moderat sind, bewegst du dich in einem Gelände, das mehr Aufmerksamkeit und Vorbereitung verlangt als eine klassische Bergwanderung.
Und: Auf Gletschern gehört auch das Thema Kameradenrettung dazu – als praktisches Wissen, nicht als Theorie.
Was du konditionell erwarten darfst:
Ein leichter Viertausender ist keine Extremtour, aber ein langer Tag in großer Höhe. Du solltest dich wohlfühlen, wenn
Als gute Orientierung gilt das Prinzip „1.000 in 3“: 1.000 Höhenmeter in etwa drei Stunden – in gleichmäßigem Tempo, ohne am Limit zu sein. Wenn du das schaffst, bist du konditionell bereit für deinen ersten Viertausender.
Kurz gesagt: Du musst nicht schnell sein. Du musst die lange Distanz lieben.
Ab einer Höhe von ca. 2.500 Meter Seehöhe beginnt die Zone, in der der geringere Luftdruck die Sauerstoffaufnahme erschwert. Auf 4.000 Meter Seehöhe stehen dem Körper nur noch etwa 60 Prozent des Sauerstoffs im Vergleich zum Meeresspiegel zur Verfügung.
Und weil wir in niedrigeren Gefilden leben, sind ein oder zwei Nächte auf einer hochgelegenen Hütte (zwischen 2.500 und 3.000 m Seehöhe) ein echter Gamechanger, inklusive Hüttenzustieg. Widersteh den Verlockungen von Seilbahnen: Das geht viel zu schnell und dein Organismus kommt nicht mit.
Kurz gesagt: Technik, Kondition und Akklimatisation greifen ineinander – wer genug trinkt, geduldig bleibt und sich vorbereitet, erlebt seinen ersten Viertausender als runde Sache.
Eine erste Viertausender-Tour kann als Einstieg funktionieren, wenn du mit einem:einer staatlich geprüften Bergführer:in unterwegs bist. Er oder sie gibt den notwendigen Sicherheitsrahmen, sorgt für ein gleichmäßiges Tempo, trifft Entscheidungen und unterstützt mit Technik direkt vor Ort.
Dein:e Bergführer:in navigiert dich sicher über den Gletscher samt Spaltenzonen, interpretiert die Wetterlage und behält auch bei Nebel oder schlechter Sicht mit Karte, Kompass und Erfahrung die Orientierung.
Als erste Viertausender eignen sich besonders:
Wichtig: „Leicht“ bezieht sich ausschließlich auf die technische Schwierigkeit der Route – nicht auf die Höhe, die Länge des Tages oder die objektiven Gefahren im hochalpinen Gelände.