Hochtour | OASE alpin Bergschule Oberstdorf
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Alles Wichtige über Hochtouren im Hochgebirge – von der Vorbereitung über notwendige Erfahrung bis zur typischen Ausrüstung für Gletscher- und Gipfeltouren.

Hochtouren: Voraussetzungen, Ausrüstung und Ablauf

1. Was ist eine Hochtour?

Definition und Abgrenzung zu Berg- und Gletschertouren

Eine Hochtour ist die „Königsdisziplin“ des Bergsteigens. Der entscheidende Unterschied zu einer normalen Bergtour ist das Gelände: Sobald du dich auf Gletschern oder in ganzjährig vereisten bzw. verschneiten Regionen (der sogenannten Nivalzone) bewegst, spricht man von einer Hochtour.

Was macht eine Hochtour aus?

Eine Hochtour beginnt dort, wo „normale“ Bergwege aufhören. Die wichtigsten Merkmale sind:

  • Vergletschertes Gelände: Das Begehen von Gletschern erfordert fast immer das Gehen am Seil (Seilschaft), um einen potenziellen Sturz in eine Gletscherspalte abzufangen.
  • Kombiniertes Gelände: Du bewegst dich oft abwechselnd auf Fels, Schnee und blankem Eis. Das erfordert den sicheren Umgang mit Steigeisen und Pickel.
  • Technische Anforderungen: Du musst Sicherungstechniken beherrschen (z. B. Spaltenbergung, Standplatzbau in Eis und Fels).
  • Die Höhe: Da die Gletscher in den Alpen meist erst über 2.800 m beginnen, spielen dünne Luft und Akklimatisation eine wichtige Rolle.

2. Worin unterscheidet sich eine Hochtour von einer normalen Bergtour?

Der Übergang zwischen einer Bergtour und einer Hochtour ist oft fließend, aber der entscheidende Unterschied ist die Vergletscherung. Hochtouren führen durch kombiniertes Gelände aus Fels, Firn und Eis und erfordern spezielle Ausrüstung wie Steigeisen, Pickel und Seil.

3. Ab welcher Höhe spricht man von einer Hochtour?

Eine feste Grenze gibt es nicht. In den Alpen beginnt eine Hochtour meist ab etwa 3.000 m, da hier häufig Gletscher und ganzjähriger Firn auftreten.

4. Wie plane ich eine Hochtour richtig?

Die Planung umfasst Kartenstudium, Wetteranalyse, Alternativrouten sowie einen sehr frühen Start, um harte Schneeverhältnisse und geringeres Steinschlagrisiko zu nutzen.

5. Welche Kenntnisse brauche ich für eine Hochtour?

Erforderlich sind der Umgang mit Steigeisen und Pickel, Kenntnisse der Seiltechnik, Spaltenbergung sowie alpine Erfahrung und gute Kondition.

6. Brauche ich eine:n Bergführer:in?

Für Einsteiger:innen oder bei komplexen Touren ist ein:e Bergführer:in empfehlenswert, da er oder sie Sicherheit, Routenkenntnis und Erfahrung mit alpinen Gefahren einbringt.

7. Wie lange dauert eine typische Hochtour?

Viele Hochtouren dauern zwei Tage: Zustieg zur Hütte und Akklimatisation am ersten Tag, Gipfeltag mit 7–12 Stunden Gehzeit am zweiten Tag.

8. Welche Gefahren gibt es auf einer Hochtour?

Typische objektive Gefahren sind Gletscherspalten, Eis- und Steinschlag sowie Wetterstürze. Subjektive Risiken entstehen durch Erschöpfung, mangelnde Erfahrung oder Höhenkrankheit.

9. Wie kann ich mich vor Höhenkrankheit schützen?

Akklimatisation, langsames Tempo, Abstieg bei Symptomen

Die Höhenkrankheit (AMS – Acute Mountain Sickness) ist keine Frage der Fitness, sondern der Anpassungsfähigkeit deines Körpers an den sinkenden Luftdruck und den damit verbundenen Sauerstoffmangel. In den Alpen betrifft dies vor allem Touren, die über 2.500 bis 3.000 Meter Seehöhe führen.

1. Die goldene Regel: „Go high, sleep low“

Dein Körper passt sich am besten an, wenn du ihn tagsüber dem Reiz der Höhe aussetzt, aber in einer tieferen Zone schläfst.

  • Hütten-Taktik: Steige am ersten Tag gemütlich zur Hütte auf. Wenn du Zeit hast, wandere nach der Ankunft noch 100 bis 200 Höhenmeter weiter hinauf und kehre dann zur Hütte zum Schlafen zurück.
  • Aufstiegsgeschwindigkeit: Steige langsam auf. Als Faustregel gilt ab 3.000 Metern: Nicht mehr als 300 bis 500 Höhenmeter Differenz zwischen zwei Schlafplätzen pro Nacht.

2. Trinken, trinken, trinken

In der Höhe verlierst du durch die trockene Luft und die schnellere Atmung massiv Flüssigkeit.

  • Menge: Trinke mindestens 3 bis 4 Liter Wasser oder Tee am Tag.
  • Check: Dein Urin sollte hell sein. Dunkler Urin ist ein Warnsignal für Dehydration, was die Symptome der Höhenkrankheit verstärkt.

3. Verzicht auf Alkohol und Nikotin

  • Alkohol: Stört die Atmung im Schlaf, dehydriert den Körper zusätzlich und verhindert die notwendige Akklimatisation.
  • Nikotin: Verschlechtert den Sauerstofftransport im Blut.

4. Kohlenhydrate bevorzugen

Die Verdauung von Proteinen und Fetten verbraucht mehr Sauerstoff. Auf Hochtour sind leicht verdauliche Kohlenhydrate (Nudeln, Riegel, Trockenfrüchte) der beste Treibstoff.

5. Medikamente sind kein Ersatz

  • Schmerzmittel: Aspirin oder Ibuprofen können Kopfschmerzen lindern, heilen aber nicht die Ursache und können Warnsignale verschleiern.

10. Was sind die wichtigsten Sicherheitsregeln auf Hochtouren?

Planung, Wettercheck, Gruppenregel, Notfallinfos

1. Die Seilschaft

  • Nie ohne Seil auf den Gletscher
  • Seil immer straff halten
  • Angemessene Abstände und Gruppengröße

2. Zeitmanagement

  • Der frühe Start
  • Die Umkehrzeit
  • Tageserwärmung beachten

3. Ausrüstung und Technik

  • Vollständigkeit
  • Sicheres Handling
  • Seiltechnik

4. Mensch und Kommunikation

  • Ehrlichkeit
  • Keine:r bleibt allein
  • Kompetenz
  • Partnercheck

5. Orientierung und Wetter

  • Wettercheck
  • Orientierungsmittel und Können
  • Geländelesen

11. Welche Ausrüstung brauche ich für eine Hochtour?

Steigeisen, Eispickel, Seil, Helm, Gletscherbrille uvm.

1. Hardware

  • Steigeisen
  • Eispickel
  • Hochtouren-Gurt
  • Steigeisenfester Bergschuh
  • Bergseil (30–50 m)
  • 3–4 Schraubkarabiner
  • 2 Reepschnüre (ca. 1 m und 4 m)
  • Bandschlinge 120 cm
  • Eisschraube (17–21 cm)
  • Optional: mechanische Seilklemme
Gipfelgrat zum Großvenediger
Tauern Haute Route mit Großvenediger
6 Tage Hochtourenwoche inklusive Ausbildungsinhalte und Besteigung des Großvenedigers (3.674 m)
Panoramablick Jungfraujoch II
Gletschertrekking vom Jungfraujoch zum Grimselpass
Gletschertrekking inmitten des UNESCO-Weltkulturerbes Jungfrau-Aletsch
Blick auf das majestetische Matterhorn
Leichte 4.000er im Wallis
5 Tage Hochtouren im Saastal, Unterkunft im Hotel
Auf dem Similaunferner
Venter-Runde
6 Tage Hochtouren-Durchquerung in den Ötztaler Alpen vom Similaun bis zur Wildspitze
Die Silvretta
Silvretta-Durchquerung
6 Tage Hochtouren im Dreiländereck zwischen Tirol, Vorarlberg & Graubünden, mit Besteigung des Piz Buin (3.312 m)
Haute Route
Haute Route im Sommer
7 Tage inmitten der 4000er und der imposanten Westalpen-Bergwelt
Nähe Mandrone Hütte im Naturpark Adamello-Brenta
Hochtourenwoche „Presanella & Adamello“
6 Tage Hochtouren in den südlichsten Gletscherbergen der Ostalpen
4. Tag - Aufstieg über den Taschachferner zur Wildspitze (3.772 m)
Alpenüberquerung extrem von Oberstdorf nach Meran
7 Tage anspruchsvolle Transalp inklusive Klettersteige & Besteigung von 3.000er-Gipfeln
Monte Rosa 4000er
Monte Rosa 4000er „Spaghetti-Tour“, klassisch
6 Tage & 9 leichte Viertausender vis-à-vis vom Matterhorn
Bernina
Hochtourenwoche Bernina
5 Tage zu den höchsten Ostalpengipfeln in der Bernina
Ortler Durchquerung Schaubachhütte
Ortler-Durchquerung
5 Tage Hochtourenwoche mit Klettersteig in Südtirol und Besteigung von König Ortler (3.905 m)

Hier ist der restliche Teil deines Textes, ebenfalls nur mit Anchor-IDs ergänzt, sonst unverändert:

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12. Was ziehe ich auf einer Hochtour an?

Kleidungsschichten, Schutz gegen Wetterumschwünge

Auf Hochtouren bewährt sich das Zwiebelprinzip. So kannst du deine Kleidung flexibel an Temperatur, Wind und Wetter anpassen.

Bekleidung (Zwiebelprinzip)

  • Hardshell-Jacke und -Hose
  • Isolationsschicht (Primaloft oder Daune)
  • Softshell-Hochtourenhose
  • Funktionsunterwäsche und Midlayer
  • Handschuhe (2 Paar: dünn und dick)
  • Mütze
  • Stirnband oder Buff (z. B. unter dem Helm)

13. Wie groß sollte mein Rucksack für eine Hochtour sein?

  • Tagestour: 25–30 Liter
  • Wochenendtour: 30–35 Liter
  • Hochtourenwoche: 35–40 Liter
  • Schlanke Form
  • Pickelhalterung
  • Optional Helmhalterung
  • Seilbefestigung
  • Stabiler Hüftgurt

14. Kann ich Ausrüstung ausleihen oder mieten?

Ja, besonders für Einsteiger:innen. Die Grundausstattung kostet neu schnell 600 bis 1.000 Euro.

  • Alpenvereinssektionen (DAV / OEAV)
  • Bergschulen
  • Bergsportgeschäfte in Bergsteigerzentren (z. B. Zermatt, Chamonix, Sölden)

Nicht jedes Steigeisen passt auf jeden Schuh. Teste Schuhe und Steigeisen gemeinsam und reserviere in der Hochsaison frühzeitig.

15. Wie schwierig ist eine Hochtour?

Schwierigkeits- und Erfahrungsstufen (z. B. SAC- / Alpin-Skala)





GradBezeichnungGelände & AnforderungenKlettern (UIAA)Eisneigung
LLeichtEinfaches Gehgelände (Fels oder Firn), Gletscher meist flach und spaltenarm.bis 35°
WSWenig schwierigMeist Gehgelände, erhöhte Aufmerksamkeit bei der Routenwahl.I bis IIbis 40°
ZSZiemlich schwierigLängere und exponierte Kletterpassagen, steile Firnflanken.II bis IIIbis 50°
SSchwierigGute Routenwahl und sichere Seilführung zwingend, steiles Eis.III bis IVbis 60°
SSSehr schwierigSehr anspruchsvolle Felskletterei und sehr steile Eiswände.IV bis Vbis 70°
ASÄußerst schwierigExtreme Exposition, senkrechtes Eis, kaum Sicherung möglich.ab Vab 70°

16. Wie trainiere ich für meine erste Hochtour?

Eine Hochtour erfordert Ausdauer, Kraftausdauer und Trittsicherheit.

1. Grundlagenausdauer

  • Wandern, Joggen, Radfahren oder Schwimmen
  • 2× pro Woche 60–90 Minuten
  • 1 lange Wanderung pro Woche (4–6 h)

2. Kraftausdauer

  • Treppensteigen mit Rucksack
  • Kniebeugen & Ausfallschritte
  • Rumpfstabilität (Planks)

3. Trittsicherheit & Koordination

  • Einbeinstand
  • Geländewechsel
  • Einlaufen der Bergschuhe

4. Mentale Vorbereitung

  • Knotenübungen
  • Höhengewöhnung
OASE alpin GmbH

Bergschule in Oberstdorf
Bahnhofplatz 5 | 87561 Oberstdorf

Auszeichnungen

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