
Definition und Abgrenzung zu Berg- und Gletschertouren
Eine Hochtour ist die „Königsdisziplin“ des Bergsteigens. Der entscheidende Unterschied zu einer normalen Bergtour ist das Gelände: Sobald du dich auf Gletschern oder in ganzjährig vereisten bzw. verschneiten Regionen (der sogenannten Nivalzone) bewegst, spricht man von einer Hochtour.
Was macht eine Hochtour aus?
Eine Hochtour beginnt dort, wo „normale“ Bergwege aufhören. Die wichtigsten Merkmale sind:
Abgrenzung zur Gletscherwanderung
Oft wird das Gletschertrekking (Gletscherwanderung) als Einstieg genutzt.
Schwierigeres Gelände, Eis/Schnee, spezielle Ausrüstung
Der Übergang zwischen einer Bergtour und einer Hochtour ist oft fließend, aber es gibt klare Kriterien, die eine Hochtour definieren. Der entscheidende „Gamechanger“ ist die Vergletscherung.
Das Gelände: Wo hört die Bergtour auf?
Die Ausrüstung: Was musst du mitschleppen?
Die Anforderungen & Gefahren
Eine Gletscherwanderung gilt oft als Vorstufe zur Hochtour. Sie bleibt im flachen Gelände, erfordert aber dennoch volle Gletscherausrüstung und Wissen zur Spaltenrettung.
Meist ab etwa 3.000 m, häufig vergletschert
Eine fixe Höhenmeter-Grenze gibt es nicht. In der Praxis spricht man in den Alpen ab etwa 3.000 m von einer Hochtour.
Warum gerade 3.000 Meter?
Entscheidend ist jedoch nicht die Höhe allein, sondern der Charakter der Tour.
Tourenplanung inkl. Karten, Wetter und Alternativrouten
Die Planung einer Hochtour ist deutlich komplexer als die einer normalen Wanderung. Ein bewährtes Konzept ist die 3×3-Filtermethode.
Die Goldene Regel der Hochtour: Der frühe Aufbruch
Meist 2 Tage: Hüttenzustieg und Akklimatisation am ersten Tag, Gipfeltag mit 7–12 Stunden Gehzeit am zweiten Tag.
Akklimatisation, langsames Tempo, Abstieg bei Symptomen
Die Höhenkrankheit (AMS – Acute Mountain Sickness) ist keine Frage der Fitness, sondern der Anpassungsfähigkeit deines Körpers an den sinkenden Luftdruck und den damit verbundenen Sauerstoffmangel. In den Alpen betrifft dies vor allem Touren, die über 2.500 bis 3.000 Meter Seehöhe führen.
1. Die goldene Regel: „Go high, sleep low“
Dein Körper passt sich am besten an, wenn du ihn tagsüber dem Reiz der Höhe aussetzt, aber in einer tieferen Zone schläfst.
2. Trinken, trinken, trinken
In der Höhe verlierst du durch die trockene Luft und die schnellere Atmung massiv Flüssigkeit.
3. Verzicht auf Alkohol und Nikotin
4. Kohlenhydrate bevorzugen
Die Verdauung von Proteinen und Fetten verbraucht mehr Sauerstoff. Auf Hochtour sind leicht verdauliche Kohlenhydrate (Nudeln, Riegel, Trockenfrüchte) der beste Treibstoff.
5. Medikamente sind kein Ersatz
Planung, Wettercheck, Gruppenregel, Notfallinfos
1. Die Seilschaft
2. Zeitmanagement
3. Ausrüstung und Technik
4. Mensch und Kommunikation
5. Orientierung und Wetter
Steigeisen, Eispickel, Seil, Helm, Gletscherbrille uvm.
1. Hardware
2. Bekleidung (Zwiebelprinzip)
3. Schutz
Kleidungsschichten, Schutz gegen Wetterumschwünge
Auf Hochtouren bewährt sich das Zwiebelprinzip. So kannst du deine Kleidung flexibel an Temperatur, Wind und Wetter anpassen.
Bekleidung (Zwiebelprinzip)
Ja, besonders für Einsteiger:innen. Die Grundausstattung kostet neu schnell 600 bis 1.000 Euro.
Nicht jedes Steigeisen passt auf jeden Schuh. Teste Schuhe und Steigeisen gemeinsam und reserviere in der Hochsaison frühzeitig.
Schwierigkeits- und Erfahrungsstufen (z. B. SAC- / Alpin-Skala)
| Grad | Bezeichnung | Gelände & Anforderungen | Klettern (UIAA) | Eisneigung |
|---|---|---|---|---|
| L | Leicht | Einfaches Gehgelände (Fels oder Firn), Gletscher meist flach und spaltenarm. | – | bis 35° |
| WS | Wenig schwierig | Meist Gehgelände, erhöhte Aufmerksamkeit bei der Routenwahl. | I bis II | bis 40° |
| ZS | Ziemlich schwierig | Längere und exponierte Kletterpassagen, steile Firnflanken. | II bis III | bis 50° |
| S | Schwierig | Gute Routenwahl und sichere Seilführung zwingend, steiles Eis. | III bis IV | bis 60° |
| SS | Sehr schwierig | Sehr anspruchsvolle Felskletterei und sehr steile Eiswände. | IV bis V | bis 70° |
| AS | Äußerst schwierig | Extreme Exposition, senkrechtes Eis, kaum Sicherung möglich. | ab V | ab 70° |
Eine Hochtour erfordert Ausdauer, Kraftausdauer und Trittsicherheit.
1. Grundlagenausdauer
2. Kraftausdauer
3. Trittsicherheit & Koordination
4. Mentale Vorbereitung
Ausdauer & körperliche Voraussetzungen
Bedeutung von Wetterprognosen und Wetterumschwüngen
1. Temperatur und Frostgrenze
2. Sicht und Bewölkung (Whiteout-Risiko)
3. Wind (Windchill-Effekt)
4. Gewitter
5. Niederschlag (Schnee statt Regen)
Saisonale Bedingungen für Schnee, Eis und Gletscher
Frühsommer (Juni/Juli) – oft ideal
Veränderungen im Hochsommer
Regionale Unterschiede
Gruppenregel, Seilschaft, Kommunikation
Eine Hochtourengruppe sollte eine respektvoll funktionierende Einheit sein.
Am Vorabend: Briefing und Check
Los geht’s: Alpiner Start
Anseilen und Gletscherbegehung
Schlüsselstellen & Abstieg
Was macht eine gute Gruppe aus?
Hüttenplanung und Biwakoptionen bei Mehrtagestouren
Übernachtung auf der Hütte (Standard)
Ausrüstung für die Hütte
Biwakieren
Orientierung zu Ausrüstung, Hütten und Bergführer:innen
1. Fixkosten
2. Kosten für Bergführer:innen
3. Ausrüstung: Kauf vs. Leihe