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Wissenswertes zu Klettersteigen

Alles, was du über Klettersteige wissen solltest.

04.02.2026 - von Korbinian Schmittlein

Grundlagen & Definition

1. Was ist ein Klettersteig?

Ein Klettersteig ist ein künstlich gesicherter „Kletterweg“ am Fels. Er bildet die Brücke zwischen anspruchsvollem Bergwandern und freiem Klettern.

Ein fest installiertes Stahlseil verläuft dabei – meist durchgehend – entlang der gesamten Route. Zusätzlich helfen Eisenleitern, Stifte, Klammern oder Trittbügel, schwierige und steile Abschnitte zu überwinden.

Klettersteige sind ideal für trittsichere und schwindelfreie Bergbegeisterte, die das Erlebnis im steileren Fels suchen, aber noch keine Erfahrung im Freiklettern oder im Umgang mit Seil und Knoten haben.

2. Was bedeutet der Begriff „Via Ferrata“?

Der Begriff „Via Ferrata“ stammt aus dem Italienischen und bedeutet wörtlich übersetzt „Eisenweg“.

Der Ursprung:

Die Geschichte der Via Ferratas ist eng mit dem Ersten Weltkrieg in den Dolomiten verknüpft. Um Soldaten und schweres Material sicher an die Frontlinien im Hochgebirge zu bringen, wurden steile Felswände mit Eisenleitern und fixen Drahtseilen versichert. Diese historischen Militärwege bildeten die Basis für den heutigen Bergsport.

Das Synonym:

Via Ferrata beschreibt exakt dasselbe wie der deutsche Begriff „Klettersteig“. Da der Sport jedoch in den italienischen Alpen seinen historischen Schwerpunkt hat und der Begriff international, etwa im Englischen und Französischen, genutzt wird, werden beide Wörter im Sprachgebrauch als Entsprechungen verwendet.

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4. Ab wann gilt eine Route als Klettersteig?

Ein Klettersteig beginnt dort, wo eine durchgehende Stahlseilsicherung vorhanden ist, die speziell für die Verwendung eines Klettersteigsets ausgelegt ist. Der Klettersteig hat meist einen klar definierten Ein- und Ausstieg. Ohne die künstlichen Hilfsmittel wie Leitern, Klammern oder Stifte wäre das Gelände für Wanderer:innen meist unpassierbar.

Ein alpiner Steig ist dagegen oft kaum oder gar nicht versichert. Er verläuft häufig durch teils wegloses und sehr steiles Gelände und wird auf der SAC-Wanderskala oft mit Schwierigkeitsgrad T5 oder T6 angegeben. Es können leichte Kletterstellen ohne durchgehende Eisenhilfen vorkommen, weshalb Orientierungssinn und alpine Erfahrung zwingend erforderlich sind.

Ein gesicherter Steig, also ein Wanderweg mit Drahtseil, ist im Grunde ein normaler Bergwanderweg, der an einzelnen, besonders exponierten oder rutschigen Stellen mit einem Drahtseil oder einer Kette versehen ist. Das Sicherungsseil dient hier primär als Geländer oder Festhaltemöglichkeit. Eine Klettersteigausrüstung ist in diesem Fall meist überflüssig oder kann sogar unpraktisch sein.

Merkmal Gesicherter Steig Alpiner Steig Klettersteig
Sicherung Punktuell (Handlauf) Meist keine Durchgehendes Stahlseil
Gelände Bergweg Weglos, steiles Gelände Felswand / Grat
Ausrüstung Wanderschuhe Bergschuhe Klettersteigset, Helm, Gurt
Felskontakt Kaum nötig Häufig (kraxeln) Permanent

Schwierigkeit & Auswahl (Vergleichs- & Entscheidungsintention)

5. Welche Schwierigkeitsgrade gibt es bei Klettersteigen?

In Europa haben sich verschiedene Skalen etabliert, um die technische Schwierigkeit eines Klettersteigs zu bewerten. Da es kein weltweit einheitliches System gibt, hängen die Angaben oft vom Land oder dem:der jeweiligen Autor:in ab.

Ein Überblick über die wichtigsten Bewertungssysteme:

1. Schall-Skala (A bis F)

Grad Bezeichnung Gelände / Anforderung
A Leicht Flaches bis steiles Gelände; viel Gehgelände; Sicherungen dienen oft nur als Handlauf
B Mäßig schwierig Steileres Felsgelände, einige ausgesetzte Passagen; erste senkrechte Leitern oder Klammern
C Schwierig Steiles bis sehr steiles Gelände; erfordert Kraft in Armen und Beinen sowie gute Trittsicherheit
D Sehr schwierig Senkrechte, teils überhängende Passagen; Klammern können weit auseinander liegen; hoher Krafteinsatz
E Extrem schwierig Oft bis meist überhängend, häufig nur Stahlseil ohne Tritthilfen; nur für Profis
F Überaus schwierig Extremst-Varianten; meist kurze Sportklettersteige mit sehr hohen Kraftanforderungen

2. Die Hülsler-Skala (K1 bis K6)

Grad Beschreibung
K1 (leicht) Entspricht etwa Schall A
K2 (mittel) Entspricht etwa Schall B
K3 (ziemlich schwierig) Entspricht etwa Schall B/C bis C
K4 (schwierig) Entspricht etwa Schall C/D bis D
K5 (sehr schwierig) Entspricht etwa Schall D/E bis F
K6 (extrem schwierig) Entspricht etwa Schall E bis F

3. Internationale Skalen

In Frankreich und Italien werden häufig klassische Bergsteigerbewertungen verwendet:

Grad Bezeichnung
F Facile / leicht
PD Peu difficile / wenig schwierig
AD Assez difficile / ziemlich schwierig
D Difficile / schwierig
TD Très difficile / sehr schwierig
ED Extrêmement difficile / extrem schwierig

4. Dolomiten

In den Dolomiten findet man häufig eine kombinierte Bewertung aus einer Zahl
(1–5 für die technische Schwierigkeit) und einem Buchstaben (A–C für die
Ernsthaftigkeit bzw. alpine Gefahr).

Planungstipp:

Die Skala bewertet immer nur die schwierigste Einzelstelle.
Ein kurzer Klettersteig im Grad D kann daher weniger anstrengend sein als ein sehr langer Steig, der durchgehend mit C bewertet ist.

Achte in sogenannten Topos (Routenplanskizzen) darauf, wie lange und wie viele schwierige Passagen vorkommen. Berücksichtige bei deiner Tourenplanung immer die gesamte Unternehmung: Zustieg, Abstieg, Länge, Schwierigkeitsgrad, Exposition sowie aktuelle Wetter- und Geländeverhältnisse.

6. Was bedeuten die Schwierigkeitsgrade A bis E konkret?

A/B: Einsteiger:innen – Wandern mit Händen

Wie eine steile Leiter im Garten oder eine sehr steile Treppe. Du stehst meist sicher auf breiten Eisenklammern oder Felsabsätzen. Deine Arme halten vor allem das Gleichgewicht, das Hauptgewicht lastet auf den Beinen.

Geeignet für: Anfänger:innen und Familien

C: Der „echte“ Klettersteig – anstrengend

Du musst dich an senkrechten Stellen aktiv am Stahlseil oder an Eisenstiften hochziehen.
Die Tritte werden kleiner, du hängst öfter einmal deutlich exponiert im Fels.

Bei Ungeübten tritt hier häufig bereits ein Zittern in Armen und Beinen
(„Nähmaschine“) auf.

Geeignet für: Fitte Einsteiger:innen mit sportlichem Background oder
Fortgeschrittene

D: Der „kräftige“ Klettersteig – sehr sportlich

„Wie Klimmzüge an einer senkrechten Wand“. Oft gibt es nur das Stahlseil und wenige Eisenstifte oder -klammern für die Füße. Du musst häufig auf Reibung am Fels stehen und brauchst deutlich Kraft in den Armen.

Rastmöglichkeiten sind selten, die Belastung ist dauerhaft hoch.

Geeignet für: Erfahrene Bergsteiger:innen; absolute Schwindelfreiheit
ist Pflicht, oft hat man hier sehr viel Luft unter den Sohlen.

E: Der „extreme“ Klettersteig – „Leistungssport“

„Wie Turnen am Reck in großer Höhe“. Es erwarten dich oft überhängende Passagen.
Wenn du hier loslässt, fällst du sofort ins Klettersteigset.

Das Umhängen der Karabiner in überhängenden Passagen erfordert hohe Maximalkraft und perfekte Technik.

Geeignet für: Profis und sehr erfahrene Kletterer:innen. Anfänger:innen geraten hier häufig in gefährliche Blockaden, weil die Kraft plötzlich nachlässt und ein Rückzug kaum möglich ist.

7. Welcher Klettersteig ist für Anfänger:innen geeignet?

Für Anfänger:innen sind Klettersteige im Bereich A bis B ideal.
Diese bieten ein sicheres Erlebnis, ohne zu überfordern, und sind oft so angelegt, dass man sich langsam an die Höhe gewöhnen kann.

  • Schwierigkeit: Bis B geeignet; ein kurzes „C“ ist für sportliche Einsteiger:innen gut machbar, kann aber bereits als stressig empfunden werden.
  • Zustieg: Kurz oder per Seilbahn erreichbar, damit genügend Kraft für den eigentlichen Klettersteig bleibt.
  • Im Fels: Viele künstliche Tritthilfen oder gut strukturierter, gestufter Fels, sodass möglichst wenig auf Reibung geklettert werden muss.
  • Fluchtweg: Idealerweise gibt es Notausstiege oder die Route ist insgesamt nicht zu lang.

8. Gibt es Klettersteige für Kinder oder Familien?

Es gibt Familienklettersteige, die gezielt so angelegt sind, dass sie auch für Kinder und Einsteiger:innen ein motivierendes Erlebnis bieten.

Was macht diese Steige aus?

  • Niedrige Seilführung: Stahlseile sind oft tiefer montiert, damit Kinder sie bequem erreichen und die Karabiner selbst umhängen können.
  • Viele Tritthilfen: Es sind überdurchschnittlich viele Eisenklammern vorhanden, um die fehlende Körpergröße auszugleichen.
  • Spielerische Elemente: Oft sind Seilbrücken, Themenstationen oder ähnliche Elemente integriert.
  • Kurze Zustiege: Die Wege zum Einstieg sind kurz oder die Einstiege
    sind direkt mit einer Bergbahn erreichbar.

Sicherheit – mit Kindern am Klettersteig

  • Körpergewicht – das 40-kg-Limit: Die meisten Bandfalldämpfer lösen erst ab einem Körpergewicht von etwa 40 kg zuverlässig aus.
  • Zusatzsicherung: Kinder mit weniger als 40 kg Körpergewicht müssen zwingend mit einem zusätzlichen Sicherungsseil von oben nachgesichert werden. Ein Sturz ins normale Klettersteigset wäre für ein leichtes Kind lebensgefährlich.
  • Ausrüstung: Achte auf spezielle Kinder-Klettergurte, um ein Herausrutschen zu verhindern, sowie auf Helme, die wirklich gut passen.

9. Wie finde ich den richtigen Klettersteig für mein Können?

Der richtige Klettersteig ist weder unterfordernd (Langeweile) noch gefährlich überfordernd (Panik oder Kraftverlust).

1. Schätze deine Fitness und Erfahrung ehrlich ein

Richte dich stets nach deiner aktuellen Tagesform und nicht nach dem „Best-Case-Szenario“.

  • Anfänger:in: Hast du noch nie ein Klettersteigset bedient? Dann empfehlen wir dir, zuerst an einem Klettersteigkurs teilzunehmen, um den sicheren Umgang mit der Ausrüstung zu erlernen.
  • Sportlich, aber Neuling im Klettersteiggehen: Beginne mit mehreren B- oder B/C-Steigen, um Abläufe zu festigen und dich schrittweise an die Materie zu gewöhnen.
  • Fortgeschritten: Hast du bereits mehrere B/C-Steige ohne weiche Knie und brennende Unterarme gemeistert, ist ein C- oder C/D-Steig der nächste logische Schritt.

Das Topo (Routenskizze)

Das Topo ist eine wichtige Quelle für deine Planung. Achte besonders auf:

  • Maximalschwierigkeit: Welche Höchstschwierigkeit wird erreicht?
  • Verteilung: Ist der Steig überwiegend leicht mit einer kurzen
    schwereren Passage oder durchgehend anspruchsvoll?
  • Gehzeit: Wie lange bist du tatsächlich im Fels unterwegs?
  • Notausstiege: Gibt es Möglichkeiten, die Tour vorzeitig abzubrechen?

Check it out

  • Passt der angegebene Schwierigkeitsgrad zu meinem technischen Können?
  • Schaffe ich die Gesamtdauer aus Zustieg, Klettersteig und Abstieg?
  • Ist es ein Genuss-Steig mit vielen Querungen oder ein Sport-Steig mit viel
    senkrechtem Krafteinsatz?
  • Kann ich meine Ausrüstung richtig bedienen und habe ich alles dabei?

Ausrüstung & Technik

10. Welche Ausrüstung brauche ich für einen Klettersteig?

Sicherheitsausrüstung – unverzichtbar

  1. Klettersteigset: Moderne Steigsets bestehen aus zwei Lastarmen mit speziellen Klettersteigkarabinern sowie einem Bandfalldämpfer, der im Falle eines Sturzes kontrolliert aufreißt und den Fangstoß minimiert.
  2. Klettergurt: Hüftgurt, der bequem über der Kleidung sitzt, mit Beinschlaufen, die nicht einschneiden. Für Kinder empfehlen sich spezielle Kinder-Komplettgurte.
  3. Kletterhelm: Schützt nicht nur vor Sturzfolgen, sondern auch vor Steinschlag, der z. B. durch vorausgehende Klettersteiggeher:innen oder Gämsen ausgelöst werden kann.

Ergänzende Ausrüstung

  1. Klettersteighandschuhe: Schützen die Hände vor Blasen und Verletzungen durch hervorstehende Drähte am Stahlseil und sorgen für besseren Grip.
  2. Rastschlinge (wenn nicht im Steigset integriert): Besteht aus einer kurzen Bandschlinge und einem Schraubkarabiner. Sie wird zusätzlich in den Gurt eingebunden, um sich an schwierigen Stellen direkt ins Stahlseil oder an einen Haken zu hängen und die Arme auszuruhen.


    Achtung: Mit eingehängter Rastschlinge darf niemals geklettert werden.
  3. Schuhe: Bergschuhe der Kategorie B oder B/C bzw. spezielle Zustiegsschuhe („Approachschuhe“) mit Kletterzone an der Spitze eignen sich sehr gut.
  4. Bekleidung: Funktionale, atmungsaktive Outdoor-Kleidung. Eine Regenjacke sollte auch bei gutem Wetter im Rucksack sein.
  5. Sonstiges:
    • Erste-Hilfe-Set inklusive Rettungsdecke
    • Handy
    • Kleine Verpflegung inklusive Getränk
    • Sonnenschutz

11. Warum ist ein Klettersteigset lebenswichtig?

Ein Klettersteigset ist weit mehr als eine Leine, die dich mit dem Fels verbindet. Es ist ein hochspezialisiertes Sicherheitssystem, das darauf ausgelegt ist, eine physikalische Besonderheit im Falle eines Sturzes beim Klettersteiggehen zu bewältigen: den extrem hohen Sturzfaktor.

1. Die Komponenten und ihre Funktion

  • Zwei elastische Lastarme mit Klettersteigkarabinern: Dass es zwei Arme sind, hat den einfachen Grund, dass man beim Passieren einer Zwischensicherung immer mit mindestens einem Arm am Stahlseil eingehängt ist und somit gesichert bleibt.
  • Der Bandfalldämpfer – das Herzstück des Sets: n einer kleinen Tasche liegt ein mehrfach vernähtes Textilband, das bei hoher Stoßbelastung kontrolliert aufreißt und so die einwirkenden Kräfte reduziert.
  • Die Einbindeschlaufe: Damit wird das Set per Ankerstich direkt am Klettergurt (im Anseilring) befestigt.

2. Warum ist es lebensrettend?

Im Gegensatz zum klassischen Klettern, bei dem ein langes, dynamisches Seil den Sturz sanft abfedert, stürzt man am Klettersteig an einem starren Stahlseil.

Ohne Bandfalldämpfer würde Folgendes passieren: Wenn du drei Meter tief fällst und nach nur wenigen Zentimetern von einer starren Schlinge gestoppt wirst, entstehen enorme Kräfte, die auf deinen Körper und das Material wirken.

Das kann zu Materialbruch (Karabiner brechen oder Schlinge bzw. Klettergurt reißen) oder zu tödlichen Verletzungen führen, da innere Organe, Wirbelsäule und Becken diesen massiven Fangstoß nicht aushalten.

Der Bandfalldämpfer wirkt hier wie ein „Airbag“: Wird der Krafteintrag zu groß, fungiert er als Bremse und das vernähte Band reißt kontrolliert auf. Dadurch wird der Bremsweg auf bis zu 2,2 Meter verlängert.

Die Belastung auf den menschlichen Körper und das verwendete Material wird dadurch auf ein erträgliches Maß reduziert.

12. Kann man Klettersteigausrüstung ausleihen oder mieten?

Man kann Klettersteigausrüstung problemlos ausleihen. In manchen Fällen ist das durchaus eine sinnvolle und sichere Option.

Hauptanlaufstellen für den Verleih

  • Bergsportgeschäfte vor Ort
  • Alpenvereine, z. B. lokale Sektionen des DAV oder OEAV
  • Bergschulen und Bergführerbüros

Das Leihen bei professionellen Anbietern gilt aus folgenden Gründen als sehr sicher:

  • Prüfpflicht:
    Gesetzliche Verpflichtung, die persönliche Schutzausrüstung regelmäßig nach strengen Normen zu prüfen.
  • Fachpersonal:
    Nach jeder Rückgabe erfolgt eine Sichtprüfung und Kontrolle der Ausrüstung.
  • Aktualität:
    Verleihstationen tauschen das Material häufiger als Privatpersonen, sodass meist die modernsten und neuesten Systeme am Markt zur Verfügung stehen.

Fazit

Für Einsteiger:innen ist Leihen die beste Option, um den Sport ohne großes Risiko auszuprobieren.

4. Voraussetzungen & Vorbereitung (Selbsteinschätzung)

14. Welche körperlichen Voraussetzungen brauche ich für einen Klettersteig?

Klettersteiggehen ist eine tolle Mischung aus Wandern und Klettern. Man muss kein:e Profi-Sportler:in sein, aber eine solide Basis ist für die Sicherheit entscheidend.

1. Mentale Voraussetzungen

  • Schwindelfreiheit: Du solltest keine Schwindelgefühle bekommen, wenn du an einer senkrechten Wand nach unten schaust.
  • Keine Höhensangst: Ein gewisser Respekt ist normal und gesund, echte Höhenangst (Panik und Blockaden) kann am Klettersteig gefährlich werden.

2. Körperliche Voraussetzungen

  • Grundkondition: Ein Klettersteig besteht oft aus einem Zustieg (Wanderung zum Fels), dem eigentlichen Steig und dem Abstieg. Das solltest du bei deiner Planung berücksichtigen.
  • Arm- und Handkraft: Auch wenn idealerweise viel mit der Beinkraft gearbeitet wird, musst du dich am Stahlseil und an Klammern festhalten und hochziehen können. Besonders in steileren Passagen können dabei die Unterarme schnell ermüden.
  • Trittsicherheit
  • Gewicht: Das Körpergewicht ist für die Ausrüstung relevant. Die meisten Klettersteigsets sind für ein Gewicht zwischen 40 und 120 kg ausgelegt. Leichtere oder schwerere Personen benötigen spezielle Sicherungstechniken oder zusätzliche Seilsicherung.

3. Der kleine Selbsttest

  • Kann ich sicher auf einer Bordsteinkante oder einem Baumstamm balancieren?
  • Habe ich schon einmal eine vierstündige Bergwanderung mit 600 bis 800 Höhenmetern gut weggesteckt?
  • Fühle ich mich auf einer hohen Leiter wohl, wenn ich mit beiden Händen arbeiten muss?

15. Muss ich schwindelfrei sein?

Warum ist Schwindelfreiheit so wichtig? – Auf einem Klettersteig befindest du dich oft in „ausgesetztem“ Gelände. Das bedeutet, dass es direkt neben deinen Füßen auch einmal mehrere hundert Meter steil bergab gehen kann.

  • Gleichgewicht: Wenn dich die Tiefe schwindlig macht, verlierst du das Gleichgewicht – das kann am Fels schnell gefährlich werden.
  • Handlungsfähigkeit: Schwindel führt nicht selten zu einer „Schockstarre“. Da es meist keine „Notausgänge“ gibt und das Umkehren technisch anspruchsvoller ist, solltest du in der Lage sein, die Tour sicher zu Ende zu gehen.
  • Sicherheitsaspekt: Wer unter Schwindel oder Panik leidet, macht eher Fehler beim Umhängen der Karabiner.

Zusammengefasst: Absolute Schwindelfreiheit ist ab mittelschweren Steigen (Kategorie C) Pflicht. Für den Einstieg (A/B) reicht es oft, wenn du dich in der Höhe grundsätzlich wohlfühlst und keine Panik entwickelst.

16. Brauche ich Vorerfahrung für meinen ersten Klettersteig?

Du brauchst keine spezifische Klettererfahrung, um deinen ersten Klettersteig zu gehen.
Allerdings solltest du nicht völlig „blind“ in das Unternehmen starten.

1. Die „Null-Erfahrung-Option“: Der:die staatlich geprüfte Berg- und Skiführer:in

Wenn du dich unsicher fühlst, ist das Buchen eines Schnupperkurses oder einer geführten Tour bei einer Bergschule die beste Investition. Dein Vorteil: Ein:e Bergführer:in zeigt dir den richtigen Umgang mit Material und Ausrüstung, das richtige Umhängen, die richtige Fußtechnik und gibt mentale Sicherheit. Im Notfall kann er:sie dich sogar zusätzlich am
Seil sichern.

2. Was du auf jeden Fall beherrschen solltest

  • Umgang mit der Ausrüstung: Du weißt, wie man den Gurt korrekt anzieht und wie das Klettersteigset richtig darin eingebunden wird.
  • Bedienung des Klettersteigsets: Du kennst die Karabiner-Regel: Es muss immer mindestens ein Karabiner im Stahlseil eingehängt sein – niemals beide gleichzeitig lösen.
  • Wetterkompetenz: Im Klettersteig bist du bei einem Gewitter an einem riesigen Blitzableiter „gefangen“. Du solltest wissen, wie man einen Wetterbericht für die Berge liest und die Tourenplanung entsprechend anpassen kann.

17. Ist ein Klettersteigkurs für Einsteiger:innen sinnvoll?

Ein Klettersteigkurs macht absolut Sinn. Obwohl man die Technik theoretisch schnell versteht, gibt einem ein Kurs mehr Sicherheit in Fertigkeiten, die man sich selbst kaum beibringen kann.

1. Sicherheit durch die richtige Technik

Im Rahmen eines Kurses wird weit mehr vermittelt als nur das Einhängen der Karabiner:

  • Fehlervermeidung: Der:die Bergführer:in korrigiert schwerwiegende Fehler, bevor sie zur Gewohnheit werden.
  • Trittschulung: Du lernst, wie du dein Gewicht auf die Beine verlagerst, deine Armkraft schonst, effizient unterwegs bist und einer frühzeitigen Erschöpfung entgegenwirkst.
  • Ausrüstungskunde: Alles Wichtige zu Gurt und Material.

2. Mentale Sicherheit

Der erste Schritt in eine senkrechte Wand ist oft Kopfsache.

  • Ein:e staatlich geprüfte:r Bergführer:in vermittelt dir Sicherheit und Vertrauen – auch in Hinblick auf deine Ausrüstung.
  • Staatlich geprüfte Bergführer:innen kennen Techniken, um dich in schwierigen Passagen zusätzlich mit einem Seil von oben zu sichern („Nachsichern“), falls du dir schwer tust oder dich unwohl fühlst.

3. Alpine Gefahren

Klettersteiggehen findet im Gebirge statt. Im Kurs erfährst du mehr über:

  • Wetterkunde
  • Tourenplanung: Topos lesen, Schwierigkeitsgrade einschätzen u. v. m.
  • Verhalten bei Steinschlag

Fazit

Wenn du planst, häufiger auf Klettersteigen unterwegs zu sein, dann ist ein Basiskurs die beste Investition in deine Sicherheit. Er nimmt Angst, verhindert Frust, gibt Sicherheit und oft lernst du Gleichgesinnte kennen – vielleicht für eine gemeinsame nächste Tour.

Sicherheit & Risiko (Sicherheit)

18. Wie gefährlich sind Klettersteige wirklich?

Klettersteige sind statistisch gesehen nicht gefährlicher als klassisches Bergwandern, jedoch ist das Gefahrenpotenzial ein völlig anderes. Während beim Wandern Stolpern, Umknicken und Herz-Kreislauf-Probleme die Hauptrisiken sind, ist ein Sturz im Klettersteig ein kritisches Ereignis, das unbedingt vermieden werden muss.Ein „Gefahrenüberblick“:
  • Kein „sanfter Sturz“: Wenn du fällst, rutscht du am Stahlseil bis zur nächsten Verankerung, dabei kannst du ungebremst auf Eisenstifte oder Felskanten prallen.
  • Sturzfaktor: Das Klettersteigset verhindert zwar, dass der Körper die volle Wucht des Sturzes abbekommt. Verletzungen wie Brüche oder Prellungen sind allerdings wahrscheinlich.
  • Goldene Regel: Im Klettersteig wird nicht gestürzt. Man klettert nur Steige, die man technisch und kraftmäßig sicher beherrscht.

19. Was sind die häufigsten Fehler auf Klettersteigen?

  1. Zu geringer Abstand zwischen den Klettersteiggeher:innen
    Es darf sich immer nur eine Person in einem Sicherungsabschnitt (zwischen zwei Verankerungen) befinden. Stürzt die Person vor dir, rutscht sie am Seil ungebremst bis zur nächsten Verankerung hinunter und reißt dich mit voller Wucht mit, wenn du im selben Abschnitt unterwegs bist.
  2. Beide Karabiner gleichzeitig aushängen
    Bei Müdigkeit und Routine passiert oft dieser Flüchtigkeitsfehler beim Umhängen an den Zwischensicherungen. Erst den einen Karabiner umhängen, dann den zweiten. Einer bleibt immer im Seil.
  3. Fehlender Partner-Check
    „Man zieht sich den Gurt an, bindet das Set ein und läuft los.“ Der Fehler: Man übersieht, dass die Einbindeschlaufe falsch oder unvollständig eingefädelt wurde oder eine Schnalle am Gurt nicht richtig geschlossen oder gefädelt ist. Lösung: Checkt euch vor dem Einstieg gegenseitig: Ist der Gurt korrekt angezogen und geschlossen? Ist das Klettersteigset korrekt eingebunden? Ist der Helm auf und die Schnalle zu?
  4. Unterschätzung des „Rückwegs“
    Viele vergessen, dass die Tour am Ende des Stahlseils noch nicht vorbei ist. Es wird also zu viel Kraft bereits im Aufstieg verbraucht. Der Abstieg erfolgt oft über steile Geröllfelder oder schmale Pfade, die volle Konzentration und Kraft in den Beinen erfordern. Die meisten Unfälle am Berg passieren im Abstieg.
  5. Rastschlinge vergessen
    Ein Klettersteigset ist zum Sichern da, nicht zum gemütlichen Ausruhen. Eine separate Bandschlinge mit einem Schraubkarabiner sollte am Gurt mitgeführt werden, um sich für Fotos oder Pausen fest in eine Eisenklammer einhängen zu können.
  6. Ignorieren des Wetterberichts
    Ein Klettersteig wird bei Gewitter schnell lebensgefährlich. Das durchgehende Stahlseil wirkt wie ein hunderte Meter langer Blitzableiter. Plane deine Tour entsprechend.

20. Was mache ich bei Wetterumschwung oder Gewitter?

  1. Sofortiges Handeln ist gefragt
    • Blitze schlagen oft schon ein, bevor erste Regentropfen fallen. Achte auf Anzeichen wie statisches Aufladen, Brummen des Seils, Surren in der Luft, aufgestellte Haare oder „Elmsfeuer“.
    • Wenn das Gewitter noch in der Ferne ist, versuche den nächsten offiziellen Notausstieg zu erreichen oder kehre um, wenn das schneller geht.
    • Gipfel meiden: Steige niemals weiter auf, denn Gipfel und Grate sind die gefährlichsten Orte bei Blitzeinschlägen.
  2. Wenn dich das Gewitter im Steig einholt
    • Wenn Blitz und Donner weniger als 15 Sekunden auseinanderliegen, ist es für die Flucht zu spät – weg vom Stahl!
    • Sicherung lösen? Schwierige Entscheidung. Befindest du dich in sicherem Gelände (z. B. auf einem flachen Band), solltest du dich vom Stahlseil lösen und etwa drei bis fünf Meter Abstand gewinnen.
    • In einer exponierten Wand: Wenn du in der Senkrechten hängst, kannst du dich nicht ausklinken. Absturzgefahr! Bleibe eingehängt und versuche so schnell wie möglich eine Nische oder ein Band zu erreichen, um Abstand zum Stahlseil zu gewinnen.
    • Kauerstellung: Suche dir auf festem Untergrund (kein Wasserlauf!) eine Stelle und kauere dich mit geschlossenen Füßen auf eine isolierende Unterlage (Rucksack oder Seil). Berühre den Fels so wenig wie möglich.
  3. Goldene Verhaltensregel im Notfall
    • Nicht in Gruppen zusammenstehen: Halte drei bis fünf Meter Abstand zu deinen Partner:innen, damit im Falle eines Einschlags nicht der Strom auf alle überspringt.
    • Rucksack als Isolator: Setz dich auf deinen Rucksack, um den Kontakt zum Boden zu minimieren.
    • Metallgegenstände: Karabiner oder Handy müssen nicht weggeworfen werden, sollten aber keinen direkten Kontakt zum Körper haben.
Vorbeugung ist alles: Durch gute Planung kann eine lebensbedrohliche Situation fast immer vermieden werden.
  • Früher Start: Die meisten Wärmegewitter entstehen am Nachmittag. Wer um 12 Uhr wieder im Tal ist, hat einen Bonus.
  • Nutze gute und präzise Wetterapps mit Regenradar.
  • Rückzug und Umkehr: Wenn dunkle Wolkentürme aufsteigen, ist es Zeit für die Umkehr – auch wenn’s weh tut.

21. Darf man einen Klettersteig allein gehen?

Abwägung zwischen Erfahrung, Risiko und Empfehlung.Die Risiken beim Alleingehen
  • Keine Hilfe bei Unfällen: Wenn du stürzt, verletzt wirst oder eine Blockade (z. B. durch Erschöpfung oder Angst) hast, kann niemand Hilfe rufen oder Erste Hilfe leisten.
  • Objektive Gefahren: Steinschlag oder plötzliche Wetterumschwünge treffen dich allein genauso wie in der Gruppe, die psychische Belastung ist solo jedoch oft höher.
  • Handyempfang: In den Bergen gibt es häufig Funklöcher. Ohne Netz bist du komplett auf dich gestellt.
Vorteile des Solo-Gehens
  • Eigenes Tempo: Du musst dich niemandem anpassen und kannst Pausen machen, wann du willst.
  • Fokus: Viele schätzen die Ruhe und die intensive Wahrnehmung.
Checkliste: Wenn du allein losziehst
  1. Route genau planen: Wähle einen Steig, den du technisch sicher beherrschst. Ein Klettersteig an deiner absoluten Leistungsgrenze ist solo nicht ratsam.
  2. Bescheid geben: Informiere eine Vertrauensperson (Partner:in, Freund:innen, Hüttenwirt:in) über deine Route und geplante Rückkehrzeit. Melde dich nach der Tour zurück.
  3. Wettercheck: Ein Gewitter im Klettersteig ist lebensgefährlich. Prüfe den Wetterbericht (z. B. Bergfex oder Meteoblue) sehr genau.
  4. Notfall-Equipment
    • Voll geladenes Handy + Powerbank
    • Erste-Hilfe-Set und Rettungsdecke
    • Optional ein Satelliten-Kommunikationsgerät (z. B. Garmin inReach) bei Touren ohne Netzabdeckung
  5. Andere Bergsteiger:innen: Auf viel begangenen Steigen bist du zwar allein unterwegs, aber im Notfall sind meist andere Menschen in der Nähe – das erhöht die Sicherheit deutlich.

Planung, Dauer & Saison

22. Wann ist die beste Jahreszeit für Klettersteige?

Die ideale Zeit für Klettersteige hängt stark von der Höhenlage und der Region ab. Grundsätzlich lässt sich die Saison in den Alpen in drei Phasen unterteilen:
  1. Die Hauptsaison: Juli bis SeptemberDies ist die beste Zeit für hochalpine Klettersteige (über 2.000 Meter), wie man sie in den Dolomiten, am Dachstein oder in den Zentralalpen findet.
    • Vorteile: Die meisten Wege sind schneefrei, die Berghütten sind geöffnet und die Tage sind lang.
    • Nachteile: Es ist die Zeit der Wärmegewitter. Ein Gewitter am Stahlseil ist lebensgefährlich. Man sollte daher sehr früh starten, um vor dem typischen Nachmittagsgewitter wieder im Tal oder auf der Hütte zu sein.
  2. Die stabilste Zeit: September bis Oktober (Goldener Herbst)Viele erfahrene Geher:innen bezeichnen den Herbst als die eigentlich schönste Zeit.
    • Vorteile: Das Wetter ist oft stabiler (weniger Gewittergefahr als im Hochsommer) und die Fernsicht ist durch die klare Luft am besten. Zudem ist auf den Steigen deutlich weniger los.
    • Nachteile: Die Tage werden kürzer und in Schattenlagen kann es bereits sehr kalt sein oder ersten Frost bzw. Reif auf den Eisenstiften geben (Rutschgefahr!).
  3. Die Übergangszeit: Mai bis JuniIn diesen Monaten bieten sich die tiefer gelegenen Klettersteige (Tal-Klettersteige oder Voralpen) an.
    • Vorteile: Angenehme Temperaturen in niedrigen Lagen, während es im Hochsommer dort oft zu heiß wäre.
    • Achtung: In höheren Lagen liegt zu dieser Zeit oft noch Altschnee. Das ist tückisch: Der Einstieg kann trocken sein, aber oben blockieren Schneefelder den Weg oder verdecken das Drahtseil. Das Begehen von schneebedeckten Klettersteigen ohne Spezialausrüstung (Steigeisen/Pickel) ist extrem gefährlich.

23. Wie beeinflusst das Wetter einen Klettersteig?

Das Wetter ist beim Klettersteiggehen der entscheidende Sicherheitsfaktor. Da du dich an einem durchgehenden Metallseil bewegst, bist du Risiken ausgesetzt, die über das normale Wandern hinausgehen.Hier sind die vier wichtigsten Einflüsse:
  1. Das größte Risiko: GewitterEin Klettersteig ist im Grunde ein kilometerlanger Blitzableiter.
    • Lebensgefahr: Das Stahlseil leitet elektrische Ladungen über weite Strecken. Ein Einschlag muss nicht direkt bei dir erfolgen, um für dich lebensgefährlich zu sein.
    • Verhalten: Bei der geringsten Gewitterneigung (quellende Wolken, Donner in der Ferne) solltest du den Steig sofort verlassen oder gar nicht erst einsteigen.
    • Im Notfall: Falls dich ein Gewitter in der Wand überrascht: Klettersteigset aushängen (wenn Absturzgefahr gering), Abstand zum Seil gewinnen und auf einer isolierenden Unterlage (Rucksack) zusammenkauern.
  2. Nässe und RegenRegen verändert nicht nur die Sicht, sondern auch die technische Schwierigkeit des Steigs massiv.
    • Rutschgefahr: Felsplatten, Tritte und vor allem die Eisenstifte werden bei Nässe spiegelglatt. Ein einfacher B-Steig kann sich dann wie ein schwieriger D-Steig anfühlen.
    • Kraftaufwand: Da deine Füße weniger Halt finden, musst du deutlich mehr Kraft aus den Armen aufwenden, was schneller zur Erschöpfung führt.
    • Steinschlag: Regen löst lockeres Gestein und Geröll in den Rinnen oberhalb des Steigs.
  3. Hitze und SonneViele Klettersteige verlaufen durch Südwände, in denen sich die Hitze staut.
    • Erschöpfung: Dehydrierung und Hitzschlag sind häufige Ursachen für Rettungseinsätze, da Kletterer:innen in der Wand oft keinen Schatten finden.
    • Verbrennungsgefahr: Das Stahlseil und die Eisenklammern können so heiß werden, dass man sie ohne Handschuhe kaum noch anfassen kann.
  4. Schnee und EisBesonders im Frühsommer oder Spätherbst ist Vorsicht geboten.
    • Verdeckte Seile: Altschneefelder können das Sicherungsseil komplett unter sich begraben. Ohne Seil wird die Passage oft unpassierbar oder lebensgefährlich.
    • Vereisung: In schattigen Rinnen kann gefrorenes Schmelzwasser (Glatteis) auf den Tritten liegen, selbst wenn die Sonne scheint.

Geführte Touren & Bergschule

25. Warum sollte ich einen Klettersteig mit Bergführer:in gehen?

Einen Klettersteig mit einem:einer Bergführer:in zu gehen, ist besonders für Einsteiger:innen, aber auch für Fortgeschrittene eine der besten Investitionen in die eigene Sicherheit und Lernkurve.Hier sind die wichtigsten Gründe, warum ein:e Bergführer:in den Unterschied machen kann:
  1. Das Sicherheits-Plus bei ÜberforderungAm Klettersteig gibt es oft kein Zurück: Wer in einer Wand plötzlich die Kraft verliert oder eine Blockade bekommt, steckt fest.
    • Zusatzsicherung: Ein:e Bergführer:in hat immer ein Sicherungsseil dabei. Er:sie kann dich an schwierigen Stellen von oben sichern oder dich im Notfall sogar abseilen.
    • Einschätzung: Er:sie erkennt schon vor der Schlüsselstelle, ob deine Kraft oder Technik ausreicht, und kann rechtzeitig reagieren.
  2. Technik von Anfang an richtig lernenViele Anfänger:innen machen den Fehler, sich nur mit den Armen am Seil hochzuziehen. Das führt zu schneller Erschöpfung.
    • Kraftsparendes Steigen: Wie du dein Gewicht auf die Beine verlagerst („Klettern am langen Arm“).
    • Sicherer Umgang mit Karabiner & Set: Fehler beim Umhängen sind eine der häufigsten Unfallursachen. Ein Profi korrigiert dich so lange, bis die Handgriffe blind sitzen.
  3. Risikomanagement und WetterAlpines Gelände ist unberechenbar. Ein:e Bergführer:in übernimmt für dich die komplexe Planung.
    • Wetter-Expertise: Er:sie kann Wolkenbilder und lokale Windverhältnisse viel präziser deuten als eine App.
    • Ortskenntnis: Er:sie kennt Notausstiege, besondere Gefahrenstellen, Schlüsselstellen, die schönsten Plätze und hat oft wertvolle Geheimtipps.
  4. Stressfreies ErlebnisBesonders wenn du zum ersten Mal in der Vertikalen bist, ist die psychische Belastung hoch.
    • Mentale Unterstützung: Ein:e Bergführer:in gibt dir durch seine:ihre Präsenz Ruhe und Sicherheit. Du musst dich nicht um Wegfindung oder Zeitplanung kümmern und kannst dich voll auf Fels und Aussicht konzentrieren.
    • Leihmaterial: Oft ist hochwertige Spezialausrüstung (Gurt, Helm, aktuelles Klettersteigset) im Preis enthalten.
OASE alpin GmbH

Bergschule in Oberstdorf
Bahnhofplatz 5 | 87561 Oberstdorf

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+49 8322 8000 980
bergschule@oase-alpin.com

 

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