
Kaum ist die Sonnenfinsternis vorbei, steht schon das nächste Himmelsschauspiel bevor:
Am Morgen des 28. August schiebt sich die Erde zwischen Sonne und Mond – eine partielle Mondfinsternis, bei der bis zu 93 Prozent der Mondscheibe im Erdschatten verschwinden.
Am besten sichtbar ist das Ganze von einem erhöhten, unverbauten Standort aus mit möglichst geringer Lichtverschmutzung. Am Berg sind die Bedingungen besonders gut. Hier zeigt sich der Himmel, wie er wirklich ist – dicht mit Sternen und dem klar sichtbaren Band der Milchstraße.
Wir haben fünf Hütten herausgesucht, an denen sich der Blick nach oben besonders lohnt.
Die Zufallhütte liegt auf 2.256 Metern am Ende des Martelltals, umgeben von den vergletscherten Dreitausendern des Nationalparks Stilfserjoch. Die nächste Ortschaft ist weit entfernt, und die Nächte hier zählen zu den dunkelsten Südtirols.
Mit 2.606 Metern ist die Fluhalp die höchstgelegene der fünf Hütten, direkt gegenüber dem Matterhorn. Das Wallis gilt als eine der besten Regionen Mitteleuropas für die Sternenbeobachtung – nicht zufällig steht ganz in der Nähe die Sternwarte Gornergrat.
Zwischen Schlern und Rosengarten steht die Tierser Alpl Hütte einsam auf einem Sattel, auf 2.440 Metern. Keine Straße führt hinauf, kein Ortslicht reicht bis hierher – nur die Dolomitengipfel rahmen den Blick nach oben ein.
Auf der weiten Hochebene der Fanesalm liegt die Faneshütte auf 2.060 Metern, mitten im Naturpark Fanes-Sennes-Prags. Das karstige Plateau ist komplett unbesiedelt, und die Weite macht die Nächte hier zu einem der eindrücklichsten Sternenerlebnisse der Dolomiten
Das Waltenberger Haus liegt auf 2.084 Metern mitten im Naturschutzgebiet Allgäuer Hochalpen, ganz ohne Zufahrt. Der Schutzstatus hält auch das Licht fern: Die Allgäuer Bergwelt zählt zu den wenigen Orten in Deutschland mit ungetrübtem Blick auf die Milchstraße.
So wird die Himmelsbeobachtung am Berg zum Erlebnis.
Schon nach dem Abendessen lohnt sich ein kurzer Gang nach draußen. Die Augen gewöhnen sich meist innerhalb weniger Minuten an die Dunkelheit. Dann zeigt sich der Himmel so, wie er von zuhause aus selten zu sehen ist.
Ein Extra-Tipp für alle mit Kamera dabei:
Am besten gelingen die Aufnahmen rund um Neumond, wenn kein Mondlicht stört. Eine Stirnlampe mit Rotlicht-Funktion schont dabei die eigene Nachtsicht – ein kleines Stativ hält die Kamera für längere Belichtungszeiten ruhig.