S k i
t o
u r e
n k
u r s
A l l g ä u e r A l p e n |
||
|
am 5. und 6. Januar 2002 von Silvia Erkes |
| Bisher sind wir auf Ski ja immer nur
hinunter gefahren; daß es bergauf auch Spaß macht, werden wir
jetzt am eigenen Leib erleben. Und noch Einiges dazu... |
Blick auf die Schwarzwasserhütte
Piepsübung |
1. Tag, Samstag Kaum am Treffpunkt Ifenparkplatz angekommen, verteilt unser Guide Christian schon mal Ski und Stecken und Felle und Piepse und Schaufeln und Sonden und Schneeschuhe und schraubt und schaut bis alles paßt. Inzwischen haben wir auch herausgefunden, wer auf welchen Namen hört und es im gleichen Augenblick auch schon wieder vergessen. Gegen 10h sind wir dann aufbruchbereit. Christian stimmt uns auf unsere gemeinsames Wochenende ein und erklärt uns die Gehtechnik mit den Skiern. Zunächst steht uns der zweistündige Aufstieg zur Schwarzwasserhütte bevor. Auf dem recht flachen und gewalzten Winterwanderweg können wir uns in Ruhe an unsere neue Fortbewegungsart gewöhnen. Und lernen ganz nebenbei, was man mit einem Klebefell so alles anstellen kann, um es zum kleben zu bringen. Bisher haben wir ja gegelaubt, ein Fell wär dazu da, uns zu wärmen und nicht umgekehrt! Unserer beiden Snowboarder bewältigen den Anstieg mittels Schneeschuhen, das lädt anfangs auch mal zu einer nivologischen Intensivbeobachtung ein. Mit erhöhter Betriebstemperatur und mehr oder weniger tief atmend kommen wir schließlich an der Schwarzwasserhütte (1651m) an, bestaunen das herrliche Panorama, werfen schonmal Ballast ab und füllen unsere Wasser- und Kohlehydratspeicher auf. Nicht nur Christian hat Mühe, seine Leute ohne Übergewand, Mütze und Ski wiederzuerkennen... Am Nachmittag bekommen wir eine Einführung in die Verschüttetensuche. Christian erklärt uns den Suchvorgang, anschließend probiert jeder, sich seinem Übungspartner mittels Pieps zu nähern. Obwohl das Prinzip einfach ist, brauchen wir ziemlich lange. Im Anschluß lernen wir, worauf es bei einer guten Spuranlage beim Aufstieg ankommt. Wir erkämpfen uns einige Höhenmeter zu einem guten Ausgangspunkt für unseren ersten Abfahrtsversuch. Das Ganze gespickt mit kleinen Herausforderungen wie Spitzkehren oder In-die-Skibindung-steigen-am-Hang-im-Pulverschnee. Unseren Respekt vor der Abfahrt nimmt Christian uns sinngemäß mit: 'Probieren, skifahren lernt man nicht vom reden'. Irgendwie gelingt's, wenn auch der Schwerpunkt eindeutig bei der Bewältigung des Schnees liegt und nicht bei der Ästhetik... Und eine nivologische Intensivbeobachtung darf auch noch sein. Am Abend steht noch eine anschaulich gestaltete Theorieeinheit Lawinenkunde auf dem Programm. Desweiteren stäreken wir uns mit festen und flüssigen Kalorien, während wir in gemütlicher Runde beisammensitzen. |
||||
Die erste Abfahrt steht bevor |
Auf den letzten 100Hm zum Gipfel |
Kameradenhilfe |
||||
| 2. Tag, Sonntag Nach dem guten Frühstück und intensiver Packerei sind wir soweit. Heute soll's auf den Hehlekopf (2058m) gehen. Uns erwarten gut zwei Stunden Aufstieg; Christian macht uns immer mal wieder auf wichtige Geländebesonderheiten aufmerksam. Am Gerachsattel machen wir eine Auszieh-und Trinkpause, und Christian läßt einigermaßen unbemerkt ein Pieps verschwinden. Dann heißt's suchen: der erste ist zu langsam, der zweite auch, der dritte läuft drüber hinweg und versteht sein Pieps nicht mehr, der vierte...ist erfolgreich. Ohooh, üben, üben, üben. Weiter geht's in sanften Bögen hinauf, für die letzten etwas steilen Meter nehmen wir vorsichtshalber die Ski auf die Schulter. Ober genießen wir ausgiebig die schöne Aussicht und die strahlende Sonne. Und dann stehen uns immerhin 400Hm Abfahrt bevor. Unfreundlicherweise schummelt sich eine Dreiergruppe von Tourengehern in unsere Sicherheitsabstände. Sehen wir's positiv: durch unser einsichtiges Warten haben wir eine für uns neue Situation korrekt bewältigt. Mehr oder weniger elegant gleiten wir von Sammelpunkt zu Sammelpunkt, natürlich darf auch heute einen nivologische Intensivbeobachtung nicht fehlen. Wir machen einen Zwischenstopp auf der Hütte, sammeln unser restliches Gepäck ein und dann machen wir uns auf den Weg hinunter durch den Wald. Christian möchte uns noch etwas zeigen, aber erst sollen wir uns bei der Abfahrt etwas aufwärmen. Klingt irgendwie paradox, aber er hat recht: das Schlüsselwort heißt 'Gegenanstieg'. Kurz, aber wärmend. So ein Wald ist halt schonmal unübersichtlich. Dann geht's aber wieder sanft dahin. An einem kleinen freien Hang heißt es dann schaufeln: ein Rutschblock soll's werden. Christian erklärt uns das Schneeprofil und dann folgt der Belastungstest. Geprüft und für gut befunden. Dann gleiten wir weiter zu Tale, die letzten beiden Kilometer geht's mit ein paar sehr sanften, kurzen Gegenanstiegen auf dem schon bekannten Wanderweg dahin, mit Vorteil für geübte Langläufer. Am Ifenparkplatz angekommen holt uns Apres-Ski-Musik in die Zivilisation zurück Mit vielen schönen Erinnerungen an zwei interessante und lehrreiche Tage trennen sich unsere Wege. |
Schaufeln für den Rutschblock |