TRANSALP

 

vom 11.08. bis 18.08.2001

 

mit dem Mountainbike auf der HECKMAIR-Route von Oberstdorf nach Riva di Garda

 

1. Tag: Oberstorf - Freiburger Hütte

2. Tag: Freiburger Hütte - Schlappin

3. Tag: Schlappin - S-Chanf

4. Tag: S-Chanf - Monte Scala

5. Tag: Monte Scala - Edolo

6. Tag: Edolo - Limes

7. Tag: Limes - Arco

8. Tag: Arco - Oberstdorf

Teilnehmer:

 
Samstag, den 11.08.2001

Top

Strecke: Oberstdorf (814 m) - Schrofenpaß (1.687 m) - Lechleiten - Warth - Lech - Spullensee (1.827 m) - Formarinsee - Freiburger Hütte (1.932 m).
Daten:  
Gefahrene Strecke:
Gefahrene Zeit:
Durchschnittsgeschwindigkeit
Gesamtzeit incl. Pausen:
Höhendifferenz (aufwärts):
Wetter:
63,79 km
4:47:56 h
13,29 km/h
6:31:19 h (10:00 Uhr bis 16:30 Uhr)
2.000 Hm (Tag) / 2.000 Hm (Gesamt)
Kühl, stark bewölkt, am Schrofenpass leichter Nieselregen, sonst aber trocken.

Toller Start: Die für acht Uhr geplante Abfahrt wurde gleich einmal auf neun Uhr verlegt, weil Thomas, Dino, Rob und Ron in ihrer Pension in Sonthofen so früh kein Frühstück bekommen haben. Da Organisator Thomas Dempfle und Guide Rainer Joachim telefonisch nicht mehr rechtzeitig erreichen konnten, trafen sich die Drei pünktlich um acht Uhr in der Früh, um erst einmal 1 ½ Stunden zu warten, bis die vier anderen so um halb zehn gemütlich eintrudelten.

Alles, was der Biker braucht ...

Als Treffpunkt war „Radsport Heckmair“, der Laden des Transalp-Begründers Andi Heckmair, ausgemacht. Zum einen, weil es dort für den Fall der Fälle die benötigten Ersatzteile geben würde und zum anderen natürlich aus „Kult“.

So hat uns auch der Meister höchstselbst darüber aufgeklärt, daß nicht nur er vor gut zehn Jahren mit „der einzig originalen Transalp“ eine echte Pionierleistung erbracht habe, sondern auch schon sein Vater mit der Erstdurchsteigung der Eiger-Nordwand vor gut sechzig Jahren.

Der anschließende Check der Räder ergab sehr schnell, daß diese in überaus gutem Zustand waren. Einzige Ausnahme war - wie könnte es auch anders sein - das Rad von Rainer, der sich mit einem zum „Semislick“ abgefahrenen Knubbelreifen am Hinterrad zur Transalp aufmachte. Kurz noch die restliche Ausrüstung und das Gewicht der Rucksäcke gecheckt, schnell ein Abschiedsbild unter „dem einzig originalen Transalp-Schild“ vor Heckmair´s Laden gemacht und los geht es in Richtung Stillachtal.

 

Nicht aller Abschied fällt schwer...

Nachdem am Talende der Schrofenpaß und damit auch die Grenze zu Österreich problemlos überwunden wurde und sich mittlerweile auch die Kondition der Teilnehmer als durchaus brauchbar herausgestellt hatte, beschlossen wir während der Mittagspause auf der Terasse des Holzgauer Hauses gleich die erste Extra-Tour, die uns zum Spullensee führte und uns zusätzliche 300 Hm bescherte.

Rainers Meinung nach wären wir sonst ja viel zu früh an der Hütte gewesen ...

 

Eine erste Herausforderung am Schrofenpaß ...

 


Wer
sein Bike liebt, der schiebt ...

Übernachtung: Freiburger Hütte: Kleines Zwei- und Vierbett­zimmer, Abendessen gut, Frühstück mau und ein chronisch schlecht gelaunter Wirt, der trotz stolzer Preise jede Extra-Scheibe Brot und jede Extra-Tasse Kaffee auch extra berechnet. Fazit: Es gibt bessere Hütten. Eine gute Gruppe packt auch noch die Abfahrt nach Dalaas, um dort zu übernachten.

Blick von der Freiburger Hütte über den Formarinsee zur Roten Wand.

 

 

 

 

Sonntag, den 12.08.2001

Top

Strecke: Freiburger Hütte (1.932 m) - Dalaas (916 m) - Kristberg Sattel (1.486 m) - Inner Kristberg - Silbertal - Schruns (700 m) - Gargellen - Schlappiner Joch (2.202 m) - Schlappin.
Daten:  
Gefahrene Strecke:
Gefahrene Zeit:
Durchschnittsgeschwindigkeit
Gesamtzeit incl. Pausen:
Höhendifferenz (aufwärts):
Wetter:
51,86 km
5:23:06 h
9,63 km/h
8:57:06 h (8:25 Uhr bis 17:25 Uhr)
2.670 Hm (Tag) / 4.760 Hm (Gesamt)
Super schön, keine Wolke am Himmel, stellenweise sehr heiß.
 
Rainer hat letzte Nacht entgegen seiner Aussage doch geschnarcht und da der liebe Gott die kleinen Sünden meistens sofort bestraft, hat er auf dem Downhill nach Dalaas auch den ersten Sturz („Hamana“) der Tour gebaut - und zwar einen sehenswerten Purzelbaum hangabwärts mitsamt seinem Rad, der ihm gleich die Bestnote 6,0 einbrachte.

Blick vom Kristbergsattel hinüber zur Silvretta-Gruppe.

Obwohl uns dieser Downhill immer wieder für ein paar Meter aus dem Sattel zwang, war er ebenso wenig ein Problem wie die anschließende Auffahrt zum Kristbergsattel über fast 600 Hm. Auf der Abfahrt ins Silbertal und weiter ins Montafon nach Schruns wurden dann die ersten Höchst­geschwindigkeiten mit mehr 73 km/h erzielt.

Ein echter Härtetest hingegen waren die neun Kilometer von Schruns (700 m) bergauf nach Gargellen, denen weitere steile Kilometer auf einer Schotterpiste sowie die erste herbe Schiebe- und Tragestrecke von gut einer Stunde zum Schlappiner Joch (2.202 m) folgten.

Lohn der Mühe war der spitzenmäßige Downhill hinunter nach Schlappin. Schmal, stellenweise recht steil und technisch anspruchs­voll. Der forderte dann auch seine Opfer. Dino Valentino, unser bester Downhiller, produzierte gleich drei „Hamanas“, zwei davon auf zwanzig Metern Weg­strecke. Und auch Thomas wollte dem munteren Treiben nicht ganz unbeteiligt zusehen und machte nähere Bekannt­schaft mit einem Busch.Doch zum Glück blieben alle fünf (5!) Stürze des Tages - abgesehen von ein paar Schrammen - ohne schwerer wiegende Folgen.



„Bergankunft“ in Gargellen.


Ende des Fahrwegs und Blick hoch zum Schlappiner Joch (2.202m)


... und los geht´s mit Schieben.


Dino Valentino ...


... der Autor ...


... und das Team Hamana am Schlappiner Joch.


Und direkt am Ende des Trails landeten wir auch schon im herrlichen Biergarten des Gasthauses „Gemsli“, unserer nächsten Bleibe.

Das Restaurant und der Biergarten sind nur 10 m entfernt ...


Übernachtung: Gasthaus „Gemsli“: Idyllisch gelegen am Ende eines Tals oberhalb eines Sees. Die Übernachtung im „Stall“, der erst kürzlich blitzsauber mit dicken Balken renoviert wurde, war sehr angenehm. Zwei Toiletten und eine Dusche stehen im Lager zur Verfügung. Das Abendessen der Halbpension erfolgt „à la carte“, wobei die Schweizer Spezialitäten wie Geschnetzeltes mit Rösti besonderen Anklang fanden. Das Frühstück am nächsten Morgen mit frischen O-Saft, Müsli, Käse und allem, was das Herz sonst noch begehren könnte, suchte ebenfalls seinesgleichen. Fazit: Absolut empfehlenswert, und das zu einem (Gruppen-) Preis von SFR 30.- für ÜF.

Montag, den 13.08.2001

Top

Strecke: Schlappin (1.700 m) - Klosters (1.150 m) - Davos - Dürrboden - Scaletta-Paß (2.606 m) - Susauna (1.650 m) - S-Chanf.
Daten:  
Gefahrene Strecke:
Gefahrene Zeit:
Durchschnittsgeschwindigkeit
Gesamtzeit incl. Pausen:
Höhendifferenz (aufwärts):
Wetter:
50,39 km
4:35:21 h
10,98 km/h
7:20:56 h (8:40 Uhr bis 16:00 Uhr)
2.025 Hm (Tag) / 6.695 Hm (Gesamt)
Super schön.
 

Und wieder ist es Rainer, der das Team Hamana kurzfristig ausbremst, nachdem seine hintere Scheibenbremse auf der flotten Abfahrt von Schlappin hinunter nach Klosters eine erhebliche Geruchsbelästigung darstellt. Der Grund dafür lag in einem nicht nachgestellten inneren Bremsbelag, was zum Rubbeln der Scheibe am Gehäuse seiner Magura führte. Dank eines mitgeführten Ersatzpads und der Feile seines Leather­man konnte er das Problem aber beheben.


Kurz oberhalb von Davos sieht´s noch ganz gemütlich aus ...

Der Weg führte uns weiter von Klosters über Davos und auf angenehmer Strecke zum Dürrboden, wo Rainer sich nicht lumpen ließ und den ersten Sturz der Tour in Form einer Runde Radler wieder gut machte.

Das Radler und ein exzellenter Heidelbeerkuchen halfen uns dann auch dabei, die 1 ½ - stündige Schiebepassage hinauf zum Scalettapaß zu meistern, die nur wenige hundert Meter hinterm Dürrboden begann. Diese war jedoch im Vergleich zum gestrigen Schleppen der Bikes am Schlappiner Joch eine wahre Wonne. Weit weniger steil und mit nicht so vielen Textfeld: Da.
Stufen und Steinen gepflastert war es diesmal ein angenehmes Schieben in traumhafter Landschaft.


„Ja wo schieben sie denn?“








... in herrlicher Landschaft.

Oben angekommen bot sich zudem ein traumhafter Blick über hunderte von Gipfeln wie beispielsweise die vergletscherte Bernina-Gruppe und den benachbarten Piz Corvatsch.


„Knack´ Dir den Gipfel der Genüsse“. Am Scalettapaß gab´s erst einmal ´ne Runde Müsliriegel.

Der Downhill von dem mit 2.606 m dritthöchsten Punkt unserer Tour verdient ganz einfach den Namen „Extraklasse“: Im oberen Teil steile Singletrails mit zahlreichen Stufen und Serpentinen, die diesmal aber nur zwei Hamanas von Thomas und Rob forderten. Weiter unten dann rauschten wir auf einem Schotterweg in absolut traumhafter, hochalpiner Kulisse mit richtig Speed durch das Susauna-Tal hinunter nach S-Chanf.

Übernachtung: Die Übernachtung fand diesmal im Hotel statt. Von außen etwas schmuddelig, die Zimmer aber sehr o.k. und sauber. Das Abendessen war dann auch richtig gut. Und nicht nur die Qualität stimmte, auch die Menge war so bemessen, daß die hungrige Meute richtig satt wurde. Fazit: Ein super schöner Tag in einmaliger Landschaft mit sehr guter Übernachtung, gutem Essen und ein paar Bierchen mehr ...


S-Chanf. Gegenüber der Kirche liegt unser Hotel.

Dienstag, den 14.08.2001

Top

Strecke: S-Chanf - Chachaunapaß (2.694 m) - Livignio (1.800 m) - Alpisellapaß (2.285 m) - Lago di San Giacomo - Monte Scala.
Daten:  
Gefahrene Strecke:
Gefahrene Zeit:
Durchschnittsgeschwindigkeit
Gesamtzeit incl. Pausen:
Höhendifferenz (aufwärts):
Wetter:
46,04 km
4:46:48 h
9,63 km/h
8:35:48 h (8:40 Uhr bis 17:15 Uhr)
2.115 Hm (Tag) / 8.810 Hm (Gesamt)
Super schön.
 

Von S-Chanf aus ging es schon nach ein paar hundert Metern Fahrt ohne Gnade für die Wade gleich zum steilen Uphill in Richtung Chachaunapaß. Nach den ersten 300 oder 400 Hm erreichten wir glücklicherweise einen nahezu perfeken Singletrail, der uns über zwei oder drei Kilometer eben oder nur leicht steigend hinüber ins Chachaunatal führte.

Alle genossen diesen Trail. Alle? Nein, nicht wirklich alle. Denn Thomas verpaßte kurzfristig den schmalen Pfad, nachdem er eine der vielen Wurzeln mit dem Vorderrad erwischte, und mitsamt Rad etwa drei Meter tiefer im Gemüse landete. Seine Erklärung „a big wet one got me“ zu den wartenden US-Boys war absolut glaubhaft - und wach war er jetzt auch.


Thomas auf Abwegen.

Die weitere Auffahrt durch das Chachaunatal, die zuerst noch auf einem schmalen, steilen Pfad entlang eines Wildbaches und später auf einem einigermaßen gut zu fahrenden Schotterweg verlief, genossen dann wirklich alle. Schöner geht’s nimmer. Oben an der Chachauna-Alpe angekommen gab es eine kurze Rast, bevor wir den Sturm auf den Paß in Angriff nahmen. Der zog sich dann ein wenig hin. Zum einen, weil es eben ein gutes Stück Weg war und zum anderen, weil dieses Stück von vielen Pausen geprägt war. Der Blick über die Hochebene ins Tal war so schön, daß man einfach öfter mal stehen bleiben mußte. Der Ausblick von dem mit 2.694 m höchsten Punkt unserer Tour war dann auch wirklich beeindruckend. Den König Ortler hatten wir genau gegenüber, umgeben von hunderten weiterer Gipfel.


Die Auffahrt zur Alpe Chachauna.



Schöner geht´s nimmer: Rob oberhalb der Alpe Chachauna.

Der Downhill brachte uns auf steiler, grober Schotterstraße hinunter nach Livigno, wo wir eine längere Pause für unsere amerikanischen Freunde machten. Ron, Rob und Dino hat es auch sehr gut gefallen - es war voll, heiß und Der Downhill brachte uns auf steiler, grober Schotterstraße hinunter nach Livigno, wo wir eine längere Pause für unsere amerikanischen Freunde machten. Ron, Rob und Dino hat es auch sehr gut gefallen - es war voll, heiß und laut. Der weitere Weg führte uns einige Kilometer auf den ebenen, leider aber völlig übervölkerten Weg entlang des Sees. Nur wenige Meter vom Ufer des Lago del Gallo entfernt ging es glücklicherweise schon wieder ohne Menschenmassen, dafür relativ steil hinauf zum Alpisellapaß. Menschenmassen, dafür relativ steil hinauf zum Alpisellapaß.


Überwältigender Blick am Chachaunapaß (2.694 m).



Im Hintergrund der „König Ortler“

Der Weg ist nur zwischen einem und zwei Metern breit und führt über hohe Steinmauern durch eine schöne Schlucht. Er ist für uns größtenteils - und für Menschen mit Rainers Kondition sogar ganz - befahrbar. Der anschließende Downhill war sehr einfach, so daß selbst während der zügigen Fahrt genügend Zeit zum Genießen der Landschaft blieb. Er führte uns direkt hinunter zum riesigen Stausee, an dem unsere nächste Bleibe, die Hütte des Mountain-Bike-Clubs Bormio, lag. Ein ganz besonderes Kapitel, wie sich noch herausstellen sollte ...



Einfache Abfahrt vom Alpisellapaß.

Übernachtung: Tja, kaum an der niedrigen Hütte angekommen, verschwand Rainer mit dem Wirt in der benachbarten Scheune. Die Nachricht, daß wir dort unsere Räder parken könnten, überraschte uns nicht sonderlich. Schon eher, daß sich dort auch die Dusche befinden sollte. Wie sich herausstellte war es ein „eher einfacher“ Raum mit einer Wanne und einem Durchlauferhitzer. Macht nichts, schon gar nicht nach einem so langen Tag auf staubiger Piste.

Als der Wirt unseren Rainer dann in seinen alten Passat packte, um zu unserem Quartier zu fahren, war die Welt auch noch in Ordnung. Nur Rainers Blick bei der Rückkehr der beiden war nicht allzu optimistisch. Wir sahen der ganzen Sache bei einigen Bieren eher locker entgegen und duschten uns erst mal der Reihe nach.

Da die Behausung ja einige Meter entfernt zu sein schien, blieben wir auch gleich noch zum Abendessen. Das war gut und reichlich und auch der Vino di Cava schmeckte uns ausgezeichnet. Es war bereits stockdunkel, als wir uns mit den Rädern auf den Weg zu unseren Betten machten. Rainer führte uns erst einen Weg entlang, der mit hunderten von Schalglöchern übersät war. Dann ging es durch die Wiese. Das ganze endete vor einer im Mondschein nur schemenhaft erkennbaren Hütte.

Also Taschenlampen raus und rein ins Vergnügen. Und siehe da - ein Pferdestall, so richtig mit Stalltüre, Sätteln, Packtaschen, Pferdegeruch und viel, viel Gerümpel. Der Nebenraum enthielt dann tatsächlich sechs uralte, völlig ausgelegene Stahlbetten, die der Wirt auf Rainers besonderen Wunsch sogar bezogen und mit einem dünnen Teppich ausgestattet hatte. Welch ein Luxus!

Und schon ging unsere Entdeckungsreise los. Der zweite Nebenraum enthielt ein völlig zusammengerostetes Bettgestell - ohne zu zögern wurde es auf „original HECKMAIR bed“ getauft. Und irgendwo mitten im Gerümpel auf einem Regal fanden wir sechs oder acht Dosen Heinecken-Bier. Die waren zwar seit einigen Wochen abgelaufen. Geschmeckt hat uns das Bier aus der „original HECKMAIR mini bar“ aber trotzdem.

Und es wurde einer der lustigsten Abende der gesamten Tour, gefolgt von einer lausig kalten Nacht. Denn es gab nicht nur keinen Strom und kein Wasser in unserem Verschlag, auch die Fenster fehlten.


„Original Heckmair“

Das Frühstück am nächsten Morgen entsprach leider auch nicht gerade den Erwartungen, die das Abendessen in uns geweckt hatte. So machten wir uns so schnell wie möglich und noch ziemlich gerädert von der letzten Nacht auf den Weg. Fazit: Diese Nacht werden wir so schnell nicht vergessen. Mit dieser tollen Gruppe war es ein Heidenspaß. Für eine große Gruppe oder Leute, die nicht alles im Leben mit dem notwendigen Humor nehmen, ist das nur schwer zu ertragen.

Mittwoch, den 15.08.2001

Top

Strecke: Monte Scala - Lago di Cancano - Bormio (1.225 m) - St. Catharina - Paso di Gavia (2.618 m) - Edolo (690 m).
Daten:  
Gefahrene Strecke:
Gefahrene Zeit:
Durchschnittsgeschwindigkeit
Gesamtzeit incl. Pausen:
Höhendifferenz (aufwärts):
Wetter:
80,28 km
4:10:37 h
19,22 km/h
6:25:16 h (8:10 Uhr bis 14:35 Uhr)
1.625 Hm (Tag) / 10.435 Hm (Gesamt)
Super schön.
 

Der „original HECKMAIR night“ in Monte Scala folgte unsere einfachste und unspektakulärste Etappe. Auf dem Weg hinunter nach Bormio hatte Rainer eine Überraschung für uns parat. In einem unscheinbaren Steinbruch unweit der Hauptstraße und nur durch ein paar Steine von einem eiskalten Wildbach abgetrennt gab es eine heiße Quelle. Und das mitten in den Alpen. Die Sache hatte nur zwei Schönheitsfehler. Erstens waren wir auf der falschen Seite des Baches abgezweigt, welcher vom Steinbruch aus nicht zu überwinden war, und zweitens fuhren wir genau dann wieder los, als die ersten beiden Mädels sich auf den Weg zur Quelle machten ...

Der anschließende Halt in der schönen Altstadt von Bormio gab uns die Gelegenheit, unsere Vorräte in Form von Power-Bars und Bananen wieder aufzufüllen und uns in der Morgensonne zu wärmen.


Die Altstadt von Bormio.

Und es wurde uns warm, ziemlich warm sogar. Für die Auffahrt von Bormio nach St. Catharina über etwa 500 Hm nahmen wir nämlich die Hauptstraße. Und auf der Hauptstraße hat es Rennradler. Und da es für mit Gepäck beladene Mountainbiker nichts reizvolleres gibt, als Rennradler zu verfolgen und möglichst auch noch zu überholen, wurde aus Rainers Antritt ein schneller Ritt für fast die ganze Gruppe. Der Paso di Gavia selbst zog sich dann zwar in die Länge, bereitete uns aber keine Probleme, so daß wir nach einer teuren Portion Pasta auf dem Gipfel in rasender Fahrt ziemlich mühelos unser Etappenziel Edolo erreichten. Dort hatte dann Thomas Dempfle seine ganz persönliche Überraschung für uns parat, indem das von ihm angegebene Hotel keine Reservierung für uns vorliegen hatte. Also ging die Reise weiter hinein nach Edolo, wo uns das Glück der Tüchtigen gleich beim ersten Versuch Erfolg bescherte.

Nach dem üblichen Ritual bestehend aus Duschen, Wäsche waschen und Durst löschen, ging es heute folglich zum Essen in ein Restaurant in die Stadt. Keine schlecht Wahl für den Anfang. Noch viel besser als das Essen war jedoch der Spaziergang danach, der uns erst nach dem Besuch einer Open-air-Party, zwei Maß Bier und Abtanzen bis nach Mitternacht wieder zurück zum Hotel führte. Im Nachhinein gesehen war dies die optimale Vorbereitung für den nächsten Tag.

Übernachtung: Das Hotel Europa hatte genug Zimmer frei, obwohl Bormio und Edolo aufgrund eines Feiertags ausgebucht sein sollten. Fazit: Guter Standard.

Donnerstag, den 16.08.2001

Top

Strecke: Edolo - Berzo Demo (415 m) - Cevo - Saviore - Valle - Paso di Campo (2.296 m) - Limes.
Daten:  
Gefahrene Strecke:
Gefahrene Zeit:
Durchschnittsgeschwindigkeit
Gesamtzeit incl. Pausen:
Höhendifferenz (aufwärts):
Wetter:
56,49 km
6:05:09 h
9,28 km/h
9:05:38 h (8:40 Uhr bis 17:45 Uhr)
2.200 Hm (Tag) / 12.635 Hm (Gesamt)
Super schön.
 


Ausblick ins Tal.

Angekündigt war dieser Donnerstag als der härteste Tag der Tour. Zuerst 16 Kilometer leicht bergab auf der Hauptstraße, dann beinahe zwei Stunden teilweise steil bergauf auf Asphalt, um dann schlagartig in den Zustieg zum völlig unbefahrbaren Paso di Campo zu münden.

Auf dem Schild für Wanderer steht 3 ½ Stunden zum Gipfel. Na denn mal los.

 

Auf einem alten Römerweg, der zuerst steil über tausende von Wurzeln durch den Wald und später über hoch aufgeschichtete Steinmauern führt, geht es hinauf zum Paß.

Die Landschaft ist wunderschön, doch das hilft einem auch nicht viel weiter, wenn man die letzte Stunde völlig ohne Wasser in der Hitze sein Fahrrad über den ruppigen Pfad zerrt.

Doch nach exakt 3 ½ Stunden „Wanderzeit“ steht die ganze Gruppe oben am Paß. Es ist kühl und windet stark. Wir sind verschwitzt und machen uns schon nach wenigen Minuten Pause und dem obligatorischen Gipfelphoto auf den Abgang. Denn es folgt nicht etwa ein lohnender Downhill, sondern mehr als 1 ½ Stunden schieben, schleppen und tragen über teilweise sehr steile Schotterhänge, hohe Stufen und durch dichtes Gestrüpp.


Wer sein Rad liebt, der schiebt ...

 
Schon zwei Stunden unterwegs und bis dort oben hin mußten wir schieben.

Insgesamt waren vielleicht 500 Meter des Paso di Campo fahrbar, davon maximal 200 Meter an einem Stück. Und auf den wenigen Metern - bei einer Abkürzung durch die Wiese - machte dann auch Joachim einen Hamana. Die Wiese sah so schön glatt aus. Hinderlich waren nur das Loch, in das gerade das Vorderrad paßte und der direkt dahinter verborgene Stein, was zum abrupten Abstieg über den Lenker führte.

 An diesem Tag waren wir neun Stunden mit nur sehr kurzen Pausen unterwegs. Davon haben wir fünf Stunden geschoben und gewuchtet und das, nachdem wir gestern 80 Kilometer auf Asphalt unterwegs waren. Entgegen unserer Befürchtungen war die Tour zwar anstrengend aber kein Schlauch. Nur mit dem Wissen um die gut befahrbaren Schotterpässe wie den Paso di Foppa, die eine schöne Umfahrung des Paso di Campo ermöglichen, lautet das Fazit „never again“. Spätestens hier wurde auch die HECKMAIR-Route endgültig in „original HIKEMAIR-Route“ umgetauft.


Ab und zu der Blick zurück


Am Paso di Campo.

Übernachtung: Das kleine Restaurant, in dem wir die Nacht verbrachten, bot dann aber wieder alles, was der müde Biker braucht. Schöne Zimmer, gute Betten, heiße Duschen und exzellentes Essen. Unter vielem anderen gab es „die beste Minestrone“, die Dino je gegessen hat. Fazit: Sehr empfehlenswert.

Freitag, den 17.08.2001

Top

Strecke: Limes - Val Daone - Trentino - Besone (388 m) - Storo - Paso di Tremalzo (1.968 m) - Paso di Nota - Riva di Garda (65 m) - Arco (79 m).
Daten:  
Gefahrene Strecke:
Gefahrene Zeit:
Durchschnittsgeschwindigkeit
Gesamtzeit incl. Pausen:
Höhendifferenz (aufwärts):
Wetter:
90,64 km
5:43:00 h
15,85 km/h
8:35:54 h (8:50 Uhr bis 17:25 Uhr)
1.910 Hm (Tag) / 14.545 Hm (Gesamt)
Leicht bewölkt, Lago ein wenig diesig, in Arco 36°C.
 

Letzter Tag. Auf Asphalt geht es im Renntempo durchs Trentino. Und da wir eben erstens Moutainbiker und zweitens richtige Helden sind, fahren wir den „belgischen Kreisel“ umgekehrt. Das heißt, daß sich nicht der Führende der Gruppe einfach nach hinten fallen läßt, sondern daß der Letzte in der Gruppe nach vorne sprintet, um dann die Führungsarbeit zu leisten.

Auch eine Möglichkeit, überschüssige Kraft loszuwerden! Am Fuße des Paso di Tremalzo dann der lange erwartete, erste und einzige Plattfuß der gesamten Tour. Joachim muß sich schweren Herzens von seinem erst fünf Jahre alten und erst sechs mal geflickten vorderen Schlauch trennen, nachdem dieser genau am Ventil gebrochen war.


Platt!


Blick vom Rifugio hinauf zum Paso di Tremalzo

Auf Asphalt aber mit wesentlich weniger Verkehr als am Paso di Gavia fahren wir hinauf zum Rifugio und verleiben uns dort erst einmal eine Pasta ein. Auf grobem Schotter erklimmen wir die vermeintlich letzte Paßhöhe der Tour und genießen kurz hinterm Tremalzo-Tunnel den grandiosen Ausblick auf den Lago di Garda.

Mit zwei oder drei Photopausen geht’s hinunter ins Tal. Doch zwei Zwischenaufstiege am Paso di Nota und ein von Rainer speziell für Dino ausgesuchter  Downhill der Marke Extraklasse erforderten nochmals unsere gesamte Konzentration und Kraft, führten uns jedoch auf direktem Weg zu einem kleinen, feinen Restaurant.


Das Team Hamana auf dem Downhill nach Riva.

Auf dessen Terrasse hoch oberhalb des Sees kompensierten wir mit zwei oder drei Radlern die Anstrengungen der letzten Stunden.

Auch das touristische Pflichtprogramm mit Bildern im Hafen von Riva und die letzten sechs Kilometer zum Hotel in Arco absolvierten wir mit Bravour.Den Abend ließen wir zuerst am Hotel-Pool bei einem Bier und später in der benachbarten „Pizzeria California“ - wo auch sonst? - standesgemäß ausklingen.


Blick auf den Lago.


Am Ziel.

Übernachtung: Italienisches Standardhotel. Mit umgerechnet fünf Mark für ein 0,33-Liter-Bier aus der Flasche nicht gerade billig. Fürs gleiche Geld gibt’s in der „Pizzeria California“ ein Paulaner Hefeweizen ...

Samstag, den 18.08.2001

Top

Strecke:

Rückfahrt mit dem Kleinbus von Arco (8:00 Uhr) über den Brenner, Innsbruck, den Fernpaß und Hochjoch nach Oberstdorf (13:30 Uhr).

Rainer´s Hinterreifen hat problemlos durchgehalten und wurde von allen Teilnehmern handsigniert!

 


Typisches Bild: der Lago im Dunst.

Mein Fazit:

Mehr Spaß geht nicht: Eine gut organisierte Tour (abgesehen von einem nicht bestätigten Hotel in Edolo und der Tatsache, daß trotz ca. 200.- DM höheren Preises gegenüber dem Wettbewerb das letzte Abendessen nicht beinhaltet ist), ein supernetter, zuverlässiger Guide (mit abgefahrenem Hinterreifen), das beste Wetter, das man sich vorstellen kann und eine fünf Personen kleine Gruppe, die sowohl menschlich als auch vom Leistungsvermögen mit nur elf harmlosen Stürzen und meist nicht mehr als ein oder zwei Minuten Wartezeit sowohl beim Uphill als auch beim Downhill sehr gut zusammenpaßte, machte diese Transalp für alle zum unvergeßlichen Erlebnis.

Das Team Hamana:

Von links: Rainer, Thomas, Collin, Robert, Joachim und Ron.

 

Original HECKMAIR-Route hieß die Herausforderung. Sie führte uns durch wunderschöne Täler und über hohe Pässe. Die Streckenführung ist bis Bormio auch absolut o.k.. Von dort aus ist aber eine Variante zu empfehlen, da die Originalroute ab Bormio mit einem Tag auf Asphalt über den Paso di Gavia und gleich am nächsten Tag mit fünf (für große oder schwächere Gruppen leicht sechs und mehr) Stunden schieben über den Paso di Campo nur noch sehr wenig mit mountainbiken zu tun hat.

Tourdaten:      Gefahrene Strecke: 440 km

                        Gefahrene Zeit: 51:57 h

                        Durchschnittsgeschwindigkeit: 12,2 km/h

                        Höhendifferenz (aufwärts): 14.545 Hm

                        Gesamtzeit incl. Pausen: 55:51:19 h

 

Unser Bike Guide
Rainer Hartmann

Top

Jungensberg 14
88167 Stiefenhofen

Heardmen@aol.com

und wir

Robert Schmidlen alias „Roberto Schmidloni“
730 Parket
 Santa Clara, CA, 95050
RSchmidlen@Novaresurgical.com

 

Ron Bolds alias „Ronaldo Baldini“
32 Windsor Avenue
 
San Rafael, CA, 94901
Ron@Bolds.com

 

Collin Valentine alias „Dino Valentino“
4639 Executive Drive # 56
San Diego, CA, 82121
Collinvalentine@hotmail.com

 

Thomas Deckert alias "Thomaso“
Heinrich-Heine-Strasse 15
63303 Dreieich
Grateful-dead@gmx.de

 

Joachim Vogel alias „Hogan“
Finkenweg 21
71065 Sindelfingen
Joachim.Vogel@Eisenmann.de

   
sind das ...