|
vom 11.08. bis 18.08.2001 |
||
|
mit dem Mountainbike auf der HECKMAIR-Route von Oberstdorf nach Riva di Garda |
|
|
||||||||||||||||||
|
||||||||||||||||||
|
||||||||||||||||||
|
||||||||||||||||||
|
||||||||||||||||||
|
|
|
||||
|
||||
|
||||
|
| Rainer hat letzte Nacht entgegen seiner Aussage doch geschnarcht und da der liebe Gott die kleinen Sünden meistens sofort bestraft, hat er auf dem Downhill nach Dalaas auch den ersten Sturz („Hamana“) der Tour gebaut - und zwar einen sehenswerten Purzelbaum hangabwärts mitsamt seinem Rad, der ihm gleich die Bestnote 6,0 einbrachte. |
|
|
Ein echter Härtetest hingegen waren die neun Kilometer von Schruns (700 m) bergauf nach Gargellen, denen weitere steile Kilometer auf einer Schotterpiste sowie die erste herbe Schiebe- und Tragestrecke von gut einer Stunde zum Schlappiner Joch (2.202 m) folgten. Lohn der Mühe war der spitzenmäßige Downhill hinunter nach Schlappin. Schmal, stellenweise recht steil und technisch anspruchsvoll. Der forderte dann auch seine Opfer. Dino Valentino, unser bester Downhiller, produzierte gleich drei „Hamanas“, zwei davon auf zwanzig Metern Wegstrecke. Und auch Thomas wollte dem munteren Treiben nicht ganz unbeteiligt zusehen und machte nähere Bekanntschaft mit einem Busch.Doch zum Glück blieben alle fünf (5!) Stürze des Tages - abgesehen von ein paar Schrammen - ohne schwerer wiegende Folgen. |
||
|
|
|
|
|
|
|
|
||
|
|
|
||||
|
||||
|
||||
|
|
Und wieder ist es Rainer, der das Team Hamana kurzfristig ausbremst, nachdem seine hintere Scheibenbremse auf der flotten Abfahrt von Schlappin hinunter nach Klosters eine erhebliche Geruchsbelästigung darstellt. Der Grund dafür lag in einem nicht nachgestellten inneren Bremsbelag, was zum Rubbeln der Scheibe am Gehäuse seiner Magura führte. Dank eines mitgeführten Ersatzpads und der Feile seines Leatherman konnte er das Problem aber beheben. |
||||
|
|
||||
|
Der Weg führte uns weiter von Klosters über Davos und auf angenehmer Strecke zum Dürrboden, wo Rainer sich nicht lumpen ließ und den ersten Sturz der Tour in Form einer Runde Radler wieder gut machte. Das
Radler und ein exzellenter Heidelbeerkuchen halfen uns dann auch dabei,
die 1 ½ - stündige Schiebepassage hinauf zum Scalettapaß zu meistern,
die nur wenige hundert Meter hinterm Dürrboden begann. Diese war jedoch
im Vergleich zum gestrigen Schleppen der Bikes am Schlappiner Joch eine
wahre Wonne. Weit weniger steil und mit nicht so vielen
|
|
|
Oben angekommen bot sich zudem ein traumhafter Blick über hunderte von Gipfeln wie beispielsweise die vergletscherte Bernina-Gruppe und den benachbarten Piz Corvatsch. |
||||
|
|
||||
|
Der Downhill von dem mit 2.606 m dritthöchsten Punkt unserer Tour verdient ganz einfach den Namen „Extraklasse“: Im oberen Teil steile Singletrails mit zahlreichen Stufen und Serpentinen, die diesmal aber nur zwei Hamanas von Thomas und Rob forderten. Weiter unten dann rauschten wir auf einem Schotterweg in absolut traumhafter, hochalpiner Kulisse mit richtig Speed durch das Susauna-Tal hinunter nach S-Chanf. |
|
|
||||
|
||||
|
||||
|
|
Von S-Chanf aus ging es schon nach ein paar hundert Metern Fahrt ohne Gnade für die Wade gleich zum steilen Uphill in Richtung Chachaunapaß. Nach den ersten 300 oder 400 Hm erreichten wir glücklicherweise einen nahezu perfeken Singletrail, der uns über zwei oder drei Kilometer eben oder nur leicht steigend hinüber ins Chachaunatal führte. Alle genossen diesen Trail. Alle? Nein, nicht wirklich alle. Denn Thomas verpaßte kurzfristig den schmalen Pfad, nachdem er eine der vielen Wurzeln mit dem Vorderrad erwischte, und mitsamt Rad etwa drei Meter tiefer im Gemüse landete. Seine Erklärung „a big wet one got me“ zu den wartenden US-Boys war absolut glaubhaft - und wach war er jetzt auch. |
|
|
|
Die weitere Auffahrt durch das Chachaunatal, die zuerst noch auf einem schmalen, steilen Pfad entlang eines Wildbaches und später auf einem einigermaßen gut zu fahrenden Schotterweg verlief, genossen dann wirklich alle. Schöner geht’s nimmer. Oben an der Chachauna-Alpe angekommen gab es eine kurze Rast, bevor wir den Sturm auf den Paß in Angriff nahmen. Der zog sich dann ein wenig hin. Zum einen, weil es eben ein gutes Stück Weg war und zum anderen, weil dieses Stück von vielen Pausen geprägt war. Der Blick über die Hochebene ins Tal war so schön, daß man einfach öfter mal stehen bleiben mußte. Der Ausblick von dem mit 2.694 m höchsten Punkt unserer Tour war dann auch wirklich beeindruckend. Den König Ortler hatten wir genau gegenüber, umgeben von hunderten weiterer Gipfel. |
|
|
||||
|
|
||||
|
Der Downhill brachte uns auf steiler, grober Schotterstraße hinunter nach Livigno, wo wir eine längere Pause für unsere amerikanischen Freunde machten. Ron, Rob und Dino hat es auch sehr gut gefallen - es war voll, heiß und Der Downhill brachte uns auf steiler, grober Schotterstraße hinunter nach Livigno, wo wir eine längere Pause für unsere amerikanischen Freunde machten. Ron, Rob und Dino hat es auch sehr gut gefallen - es war voll, heiß und laut. Der weitere Weg führte uns einige Kilometer auf den ebenen, leider aber völlig übervölkerten Weg entlang des Sees. Nur wenige Meter vom Ufer des Lago del Gallo entfernt ging es glücklicherweise schon wieder ohne Menschenmassen, dafür relativ steil hinauf zum Alpisellapaß. Menschenmassen, dafür relativ steil hinauf zum Alpisellapaß. |
|
||||
|
|
Übernachtung: Tja, kaum an der niedrigen Hütte angekommen, verschwand Rainer mit dem Wirt in der benachbarten Scheune. Die Nachricht, daß wir dort unsere Räder parken könnten, überraschte uns nicht sonderlich. Schon eher, daß sich dort auch die Dusche befinden sollte. Wie sich herausstellte war es ein „eher einfacher“ Raum mit einer Wanne und einem Durchlauferhitzer. Macht nichts, schon gar nicht nach einem so langen Tag auf staubiger Piste. Als der Wirt unseren Rainer dann in seinen alten Passat packte, um zu unserem Quartier zu fahren, war die Welt auch noch in Ordnung. Nur Rainers Blick bei der Rückkehr der beiden war nicht allzu optimistisch. Wir sahen der ganzen Sache bei einigen Bieren eher locker entgegen und duschten uns erst mal der Reihe nach. Da die Behausung ja einige Meter entfernt zu sein schien, blieben wir auch gleich noch zum Abendessen. Das war gut und reichlich und auch der Vino di Cava schmeckte uns ausgezeichnet. Es war bereits stockdunkel, als wir uns mit den Rädern auf den Weg zu unseren Betten machten. Rainer führte uns erst einen Weg entlang, der mit hunderten von Schalglöchern übersät war. Dann ging es durch die Wiese. Das ganze endete vor einer im Mondschein nur schemenhaft erkennbaren Hütte. |
|
|
Und schon ging unsere Entdeckungsreise los. Der zweite Nebenraum enthielt ein völlig zusammengerostetes Bettgestell - ohne zu zögern wurde es auf „original HECKMAIR bed“ getauft. Und irgendwo mitten im Gerümpel auf einem Regal fanden wir sechs oder acht Dosen Heinecken-Bier. Die waren zwar seit einigen Wochen abgelaufen. Geschmeckt hat uns das Bier aus der „original HECKMAIR mini bar“ aber trotzdem. Und es wurde einer der lustigsten Abende der gesamten Tour, gefolgt von einer lausig kalten Nacht. Denn es gab nicht nur keinen Strom und kein Wasser in unserem Verschlag, auch die Fenster fehlten. |
||||
|
|
||||
|
Das Frühstück am nächsten Morgen entsprach leider auch nicht gerade den Erwartungen, die das Abendessen in uns geweckt hatte. So machten wir uns so schnell wie möglich und noch ziemlich gerädert von der letzten Nacht auf den Weg. Fazit: Diese Nacht werden wir so schnell nicht vergessen. Mit dieser tollen Gruppe war es ein Heidenspaß. Für eine große Gruppe oder Leute, die nicht alles im Leben mit dem notwendigen Humor nehmen, ist das nur schwer zu ertragen. |
|
||||
|
||||
|
||||
|
|
Der „original HECKMAIR night“ in Monte Scala folgte unsere einfachste und unspektakulärste Etappe. Auf dem Weg hinunter nach Bormio hatte Rainer eine Überraschung für uns parat. In einem unscheinbaren Steinbruch unweit der Hauptstraße und nur durch ein paar Steine von einem eiskalten Wildbach abgetrennt gab es eine heiße Quelle. Und das mitten in den Alpen. Die Sache hatte nur zwei Schönheitsfehler. Erstens waren wir auf der falschen Seite des Baches abgezweigt, welcher vom Steinbruch aus nicht zu überwinden war, und zweitens fuhren wir genau dann wieder los, als die ersten beiden Mädels sich auf den Weg zur Quelle machten ... Der anschließende Halt in der schönen Altstadt von Bormio gab uns die Gelegenheit, unsere Vorräte in Form von Power-Bars und Bananen wieder aufzufüllen und uns in der Morgensonne zu wärmen. |
|
|
Und es wurde uns warm, ziemlich warm sogar. Für die Auffahrt von Bormio nach St. Catharina über etwa 500 Hm nahmen wir nämlich die Hauptstraße. Und auf der Hauptstraße hat es Rennradler. Und da es für mit Gepäck beladene Mountainbiker nichts reizvolleres gibt, als Rennradler zu verfolgen und möglichst auch noch zu überholen, wurde aus Rainers Antritt ein schneller Ritt für fast die ganze Gruppe. Der Paso di Gavia selbst zog sich dann zwar in die Länge, bereitete uns aber keine Probleme, so daß wir nach einer teuren Portion Pasta auf dem Gipfel in rasender Fahrt ziemlich mühelos unser Etappenziel Edolo erreichten. Dort hatte dann Thomas Dempfle seine ganz persönliche Überraschung für uns parat, indem das von ihm angegebene Hotel keine Reservierung für uns vorliegen hatte. Also ging die Reise weiter hinein nach Edolo, wo uns das Glück der Tüchtigen gleich beim ersten Versuch Erfolg bescherte. Nach dem üblichen Ritual bestehend aus Duschen, Wäsche waschen und Durst löschen, ging es heute folglich zum Essen in ein Restaurant in die Stadt. Keine schlecht Wahl für den Anfang. Noch viel besser als das Essen war jedoch der Spaziergang danach, der uns erst nach dem Besuch einer Open-air-Party, zwei Maß Bier und Abtanzen bis nach Mitternacht wieder zurück zum Hotel führte. Im Nachhinein gesehen war dies die optimale Vorbereitung für den nächsten Tag. Übernachtung: Das Hotel Europa hatte genug Zimmer frei, obwohl Bormio und Edolo aufgrund eines Feiertags ausgebucht sein sollten. Fazit: Guter Standard. |
|
||||
|
||||
|
||||
|
|
||||
|
||||
|
||||
|
||||
|
|
||||
|
||||
|
||||
|
|
Letzter Tag. Auf Asphalt geht es im Renntempo durchs Trentino. Und da wir eben erstens Moutainbiker und zweitens richtige Helden sind, fahren wir den „belgischen Kreisel“ umgekehrt. Das heißt, daß sich nicht der Führende der Gruppe einfach nach hinten fallen läßt, sondern daß der Letzte in der Gruppe nach vorne sprintet, um dann die Führungsarbeit zu leisten. |
|
||||
|
||||
|
|
Auf dessen Terrasse hoch oberhalb des Sees kompensierten wir mit zwei oder drei Radlern die Anstrengungen der letzten Stunden. |
|||||||
|
|
Übernachtung: Italienisches Standardhotel. Mit umgerechnet fünf Mark für ein 0,33-Liter-Bier aus der Flasche nicht gerade billig. Fürs gleiche Geld gibt’s in der „Pizzeria California“ ein Paulaner Hefeweizen ... |
|
||||
|
|
|
||||
|
Mein Fazit: Mehr Spaß geht nicht: Eine gut organisierte Tour (abgesehen von einem nicht bestätigten Hotel in Edolo und der Tatsache, daß trotz ca. 200.- DM höheren Preises gegenüber dem Wettbewerb das letzte Abendessen nicht beinhaltet ist), ein supernetter, zuverlässiger Guide (mit abgefahrenem Hinterreifen), das beste Wetter, das man sich vorstellen kann und eine fünf Personen kleine Gruppe, die sowohl menschlich als auch vom Leistungsvermögen mit nur elf harmlosen Stürzen und meist nicht mehr als ein oder zwei Minuten Wartezeit sowohl beim Uphill als auch beim Downhill sehr gut zusammenpaßte, machte diese Transalp für alle zum unvergeßlichen Erlebnis. |
|
|
Original HECKMAIR-Route hieß die Herausforderung. Sie führte uns durch wunderschöne Täler und über hohe Pässe. Die Streckenführung ist bis Bormio auch absolut o.k.. Von dort aus ist aber eine Variante zu empfehlen, da die Originalroute ab Bormio mit einem Tag auf Asphalt über den Paso di Gavia und gleich am nächsten Tag mit fünf (für große oder schwächere Gruppen leicht sechs und mehr) Stunden schieben über den Paso di Campo nur noch sehr wenig mit mountainbiken zu tun hat. |
||||
|
Tourdaten: Gefahrene Strecke: 440 km Gefahrene Zeit: 51:57 h Durchschnittsgeschwindigkeit: 12,2 km/h Höhendifferenz (aufwärts): 14.545 Hm Gesamtzeit incl. Pausen: 55:51:19 h |
||||
|
|
|