L  e  c  h  t  a  l  e  r     H  ö  h  e  n  w  e  g  
m  i  t     V  a  r  i  a  t  i  o  n  e  n

 



   
28. Juli bis 3. August 2001




von Silvia Erkes



Geplant variiert hatten wir Anfang und Ende der Tour, das Intermezzo in der Wochenmitte zog einem dann aber doch die Schuhe aus...



Hermanns Bergkameraden sind auf ihrer jährlichen Tour. Diese Bergkameraden sind Leute von hier und dort, teils kennen sie sich schon ewig, teils sind sie im Laufe der Jahre dazu gekommen. Mal geht der mit, mal der, aber irgendwie sehen wir uns alle immer mal wieder. Georg hat in all den Jahren für die gute Führung gesorgt, keine Frage, wir nehmen ihn auch heuer wieder mit!




Ohne Worte

1.Tag, Sonntag

Als Startpunkt unserer Tour hatten wir uns die Muttekopfhütte oberhalb von Imst ausgesucht. Da wir die Woche mit dem Arlberger Klettersteig abschließen möchten, bietet sich dieser Startpunkt aus verkehrstechnischen Gründen prima an.
Es regnet in Strömen, so sind wohl alle froh, dass sie schon zu Mittag am Ziel sind, nach einem zünftigen Aufstieg, immer mit Blick auf die Sesselbahn...
Mehr kann ich darüber nicht erzählen, weil ich denselben Aufstieg bereits tags zuvor bei sengender Hitze ''genossen'' habe. Für heute hatte ich eigentlich den Imster Klettersteig geplant, davon sehe ich dann allerdings ab...


Ohne Worte






2.Tag, Sonntag

Heute geht es erst einmal hoch zur Muttekopfscharte. Auf Berggottesdienst und Gipfel verzichten wir wegen der sehr, sehr hohen Luftfeuchtigkeit gerne. Weiter geht es über rutschiges Gestein durch die Kübelwände, der Nebel nimmt uns jeden Tiefblick. Wer weiß, warum...Die Luftfeuchtigkeit sinkt, wir steigen zum Galseitjoch und durchs Schlenkerkar zur Hanauer Hütte. Strahlender Sonnenschein!
Der Abend verläuft recht lustig, das Repertoire an Witzen unserer schwäbischen Tischnachbarn scheint fast unerschöpflich.


Das typische Regenschirmwetter
Sonnenschirm


Das typische Regenschirmwetter

Nun ist's ein Sonnenschirm!




3. Tag, Montag





Noch lacht die Sonne

 Noch lacht die Sonne!


Die Prinzessin auf dem Stein

Ausnahmsweise starten wir bei gutem Wetter! Über die Weideböden der Parzinnalpe geht es hinauf zum Gufelseejöchl und hinunter zum Gufelsee. Weiter über die Vordere Gufelalpe zum Bittrichsee und dann hinauf zur Bittrichscharte. Aber nicht ohne ausgedehnten Mittagsschlaf! Und dann geht es hinunter zum heutigen Ziel, dem Württemberger Haus.

Prinzessin aufm Stein  




4.Tag, Dienstag

Die tropfenstarke Luftfeuchtigkeit hat uns wieder und begleitet uns hinauf ins Leiterjöchl. Anita klettert tapfer vor sich hin. Und da geschieht es: Sie gibt auf, trennt sich, löst sich, der Kontakt zu dem, was über ihr ist, schwindet von Schritt zu Schritt: Nein, nicht Anita, sondern Martins Schuhsohle!!! ''Schwapp, schwapp'', ist alles, was sie noch von sich gibt. Bis ins Röttal. Und die Sonne lacht dazu. Martin will uns für den Rest der Woche unserem Schicksal überlassen, aber wir können auf unseren guten Freund auf keinen Fall verzichten. Also, Schuh verarzten (aua, au, er tut soo weh!!), damit er wenigstens bis ins Tal durchhält und ab geht es über den weiten, weiten Weg durchs landschaftlich reizvolle Madautal Richtung Holzgau. Georg faselt irgendwas von 'vielleicht können wir ja einen Bus nehmen', aber solche

Auflockerung


seltsamen Kommentare kennen wir ja, oder?? Naja, den kannten wir 
Aufklarung


nicht, der Bus erscheint (Bergführer wissen eben doch alles...) und uns bleiben einige Kilometer harter Asphalt erspart. In Holzgau gibt es von der Wirtin erstmal einen Schnaps gegen die Schmerzen, für Martin funkelnagelneue Schuhe und für uns alle eine warme Dusche!!! Ein Tag im Luxus! War die ganze Schuhaktion vielleicht doch ein Akt der Sabotage??? Wir lachen an diesem Tag noch lange mit der Sonne um die Wette. Bei Martins Geschichten aus dem Alltag auch kein Wunder...



kaputter Schuh
verarzteter Schuh
neuer Schuh

kaputter Schuh

verarzteter Schuh

neuer Schuh




5.Tag, Mittwoch


Tunnelweg
Tunnelweg

Irgendwie möchten wir ja doch zurück auf unseren Weg. Wir entscheiden uns für den Aufstieg durchs Sulztal zur Simmshütte. Dort wollen wir auch übernachten. Wer möchte, kann dann am Nachmittag noch die Wetterspitze besteigen.
So gehen wir bei trockenen Verhältnissen los, dann aber folgt die bereits bekannte Dusche, wenn auch spärlich. Es ist extrem schwül, die Regenjacke zu warm. Aber über die Jahre lernt man dazu: Schirme ausgepackt! Auf der Simmshütte angekommen, sind wir durch die Schwüle allerdings trotzdem halbwegs durchnässt, darum kein Zweifel: hier bleiben wir!
Gott-Sei-Dank-Kurve

Die Wetterspitze erledigt sich, stattdessen durchwälzen wir sämtliche Alpin-Zeitschriften der Hütte, immerhin noch zusätzliche 50Hcm... Am Nachmittag können wir uns doch noch vor der Hütte sonnen. Abendessen unter freiem Himmel! Anita fischt unermüdlich antivegetarische Wurst aus ihren Nudeln und kommt fast nicht zum Essen...
Gott-Sei-Dank-Kurve
allerdings nicht bei Original-Regenwetter...





6.Tag, Donnerstag


Über den Kälber- und Stierlahnzug geht es hinauf zum Hinterseejoch. Es ist sogar trocken! Jetzt sind wir wieder auf dem ''Normalweg'' angekommen und gehen weiter zur Gridlonscharte und hinab zum Kaiserjochhaus. So eine gute Mittagsmahlzeit! Aber wir müssen ja noch weiter zur Leutkircher Hütte. Ein Tag ohne Regenzeugbenutzung wäre ja die Sensation gewesen, wie gesagt, wäre gewesen... Bis zur Hütte sind wir aber schon fast wieder getrocknet.


7.Tag, Freitag

Tja, heute sollte er dran sein, der Arlberger Klettersteig. Aber es regnet, so viel, dass wir uns für den direkten Abstieg nach St.Anton entscheiden. Na ja, die 1,5kg extra Ausrüstung für den Klettersteig, die wir nun nicht brauchen, haben wir doch mit Vergnügen die ganze Woche hindurch getragen, oder???
In St.Anton werden wir nach einer gründlichen Dusche wieder zu ''ganz normalen Touristen'' und genießen im Dorf noch einen letzten gemeinsamen Apfelstrudel, bevor uns Anita und Martin verlassen. Der Rest stärkt sich noch einmal gründlich bei Kässpatzeln und anderen Köstlichkeiten: Anfuttern für unsere nächste Tourenwoche im Dachsteingebiet!


Kletterei



Kletterstellen wie diese sorgen für Spannung und Abwechselung