Über OASE AlpinCenter
Unser Team
Mitfahrzentrale
Geschenkgutschein
Was Sie wissen sollten
Informative Links
Presseberichte
Partner
Reisebedingungen
Reiserücktrittsvers.
 
OASE AlpinCenter
Bahnhofplatz 5
87561 Oberstdorf
Tel: +49 8322 8000 980
Fax: +49 8322 8000 98 19

bergschule@oase-alpin.de
 
 
Pressebericht: Ein Traum in weiß

Skitourengehen abseits der Pisten will gelernt sein, doch dann gehören die Berge dir!

Wer wünscht sich das nicht: statt lange an der Gondel anzustehen, einfach die Berge hinauf gehen, abseits des Gedränges auf der vereisten Piste, und schließlich im unberührten Tiefschnee ins Tal zurück schwingen? Jahrelang hatte ich den Tourengehern immer nur neidisch hinterher schauen können, in diesem Jahr wollte ich endlich selbst dazu gehören! Aber wie gefährlich ist es, sich ins verschneite Gelände zu begeben? Immer wieder hört man Meldungen von Lawinenopfern. Deshalb kann man sich nicht einfach ein Paar Tourenski oder ein Tourensnowboard kaufen und loslegen. Also meldeten wir uns bei der Oberstdorfer Bergschule OASE AlpinCenter zum Skitouren-Einsteigerwochenende in den Allgäuer Alpen an. Vor unserem Quartier, dem urigen Starzelhaus im Kleinwalsertal, wird am Morgen die Ausrüstung verteilt - darunter das Wichtigste: der Lawinenpiepser. Um im stressigen Ernstfall auch richtig damit umgehen zu können, muss man eigentlich ein Jahr lang üben. Da wir aber mit Matthias einen erfahrenen und vertrauenswürdigen Führer dabei haben, machen wir uns trotz nicht unerheblicher Schwierigkeiten bei der Trockenübung mit dem Piepser auf unsere erste Tour.

Lawinensicherheit geht vor Gipfelsturm

Zunächst wandern wir auf einem geräumten Weg - das ist nicht sehr spannend, aber wir lernen, nicht über die eigenen Skier zu stolpern. Endlich biegen wir vom Weg ab und graben uns einen Weg durch den hüfthohen Pulverschnee. Um ehrlich zu sein, gräbt vor allem Matthias, der zum einen die Kraft und Ausdauer dafür hat (schon wer als Zweiter hinter ihm geht, bekommt das Gewicht der Schnees und der Skier mit jedem Schritt zu spüren). Und zum anderen genießt es unser Bergführeraspirant, eine eigene Spur zu legen und die beste Route zu wählen. Denn markierte Wege gibt es hier nicht. Alleine die Beschaffenheit des Geländes und des Schnees bestimmen, welche Richtung der Tourengeher einschlägt. Die Sonne scheint, die Landschaft liegt unberührt und tief verschneit vor uns: Dies ist der Moment, von dem wir so lange geträumt haben! Der tolle Neuschnee verhindert leider auch, dass wir den eigentlichen Gipfel bezwingen können. Die Hangneigung beträgt mehr als 35 Grad. Bei Lawinenstufe drei, wie sie für den heutigen Tag angegeben ist, ist das Risiko zu hoch. Wir begeben uns also nur auf einen kleinen Hügel und freuen uns stattdessen an der Landschaft, der Stille rings um uns und dem tollen Schnee. Die erste Abfahrt zeigt, dass in diesem weißen Puder niemand das Tiefschneewedeln beherrschen muss, um heile hinunter zu kommen. Wer fällt, landet einfach nur weich. Aber es macht natürlich schon mehr Spaß, wenn man ohne Angst und mit Spaß an der Bewegung hinuntergleiten kann.

Kurzes, aber geniales Abfahrtsvergnügen

Am zweiten Tag unseres Wochenendes wählen wir am Morgen anhand der Alpenvereinskarte und des Lawinenlageberichts eine recht anspruchsvolle Tour aus. Nach einem langen und steilen Aufstieg brauchen wir alle eine Pause. Matthias ist natürlich noch nicht erschöpft und nutzt die Gelegenheit, uns ein Schneeprofil zu graben. Anhand der verschiedenen Schneeschichten, die er zutage fördert, erklärt er, wie groß die Gefahr ist, dass die Schichten ins Rutschen kommen. Das Schaufeln dauert sehr lange. Aber wer sich an einer kritischen Stelle befindet und nicht umdrehen oder eine andere Route wählen kann, sollte das in Kauf nehmen. Denn so gut die Lawinenpiepser auch sein mögen - die Überlebenschancen in einer Lawine sind nicht sehr hoch … Die Belohnung für den Aufstieg ist eine grandiose Abfahrt an einem Nordhang, an dem die Sonne den Schnee noch nicht aufgeweicht hat. Da es so schön ist, müssen wir den Hang gleich noch mal hinauf (das dauert über eine halbe Stunde) und wieder runter (das dauert keine zwei Minuten). Herrlich! Sind wir jetzt fit für unsere erste Tour auf eigene Faust? Mit reichlich Respekt vor den Bergen, mit sämtlicher Lawineninfo aus dem Internet und vom lokalen Wetterdienst, mit einem Buch über leichte Skitouren und großer Vorfreude schnallen wir am nächsten Wochenende unsere Felle unter die Ski. Immer wieder denken wir an Matthias und seine guten Tipps und genießen dieses Ski-Erlebnis der ganz anderen Art. Die Welt scheint sich langsamer zu drehen hier oben, jeder findet seinen eigenen Rhythmus - die Berge gehören uns.

Ute Kluge

 
<< zurück
Wo Freizeit zum Erlebnis wird... © www.oase-alpin.com